Raubmord an Taxilenker: Polizei sucht nach einem "hektischen" 20 bis 25-Jährigen

Verdächtiger wollte bei Tatort Taxis aufhalten Fahrer-Kollege beobachtete den auffälligen Mann

Nach dem Raubmord an einem Wiener Taxilenker, dem am 30. Dezember 2006 in den Kopf geschossen worden war, hat die Polizei einen ersten Hinweis. Man sucht nach einem 20- bis 25-jährigen Mann, der gegen 6.00 Uhr an der Ecke Erzherzog-Karl-Straße/Wagramer Straße verzweifelt versucht hatte, ein Taxi aufzuhalten, sagte eine Ermittlerin. Der Verdächtige war einem Kollegen des Ermordeten durch sein hektisches Verhalten aufgefallen.

Der Zeuge habe beobachtet, wie der Mann krampfhaft versuchte, stadteinwärts fahrende Taxis aufzuhalten. Er wollte sogar in besetzte Autos einsteigen, berichtete die Kriminalistin. Wegen des auffälligen Benehmens habe ihn der Taxilenker nicht mitgenommen. "Er ist wie das Rumpelstilzchen dort herumgesprungen", sagte der Zeuge den Ermittlern. Auch Kollegen wären an dem jungen Mann vorbeigefahren. Laut Beobachtungen des Mannes dürfte der Verdächtige unter Drogen- oder Alkoholeinfluss gestanden sein.

Falls es sich bei dem Mann um den Täter handle, sei möglich, dass dieser im Drogenrausch in Panik gehandelt habe, erklärte die Ermittlerin. Völlig irrational könnte er dann, statt zu Fuß zu flüchten, in der Nähe des Tatorts ein Taxi aufgehalten haben. Noch stehe allerdings nicht fest, ob zwischen dem Mann und dem Mord an dem Taxilenker überhaupt ein Zusammenhang bestehe, so die Kriminalistin. "Er kann damit auch gar nichts zu tun haben." Möglicherweise sei es nur ein "Verrückter" aus einer nahe gelegenen Discothek gewesen.

Gemeldet wurde die Beobachtung per Telefon von einem anonymen Taxilenker, sagte die Ermittlerin. Es sei sehr wichtig, dass sich dieser noch ein Mal bei der Polizei melde, um Fotos aus der Datenbank der Exekutive durchzugehen und weitere Fragen zu dem Verdächtigen zu beantworten. Laut Beschreibung des Anrufers trug der Gesuchte am 30. Dezember 2006 einen dunklen Kurzmantel und hatte eine Stoppelglatze oder sehr kurz rasierte Haare. Er ist schlank und etwa 1,70 bis 1,75 Meter groß.

Man suche nach weiteren Hinweisen, ob ein Mann, auf den diese Beschreibung passt, am Morgen des 30. Dezembers 2006 im Bereich Wagramer Straße sowie bei U-Bahnstationen gesehen wurde. Eine weitere Frage sei, ob jemand die gesuchte Person kennt oder weiß, dass sich diese öfters in der Nähe des "Donauplex" aufhalte und möglicherweise eine Schusswaffe bei sich trage. Auch Taxilenker, die den Verdächtigen unter Umständen mitgenommen haben, sollen sich bei der Polizei melden. Hinweise werden unter der Wiener Telefonnummer 31310-33114 (Kriminaldirektion 1, Gruppe Schaffer) entgegen genommen.

Die Wiener Taxi-Innung startete eine Spendenaktion, um die Zukunft der beiden Kinder des Verstorbenen im Alter von zwölf und elf Jahren zu sichern.

Mit einer Trauerfahrt vom Heldenplatz bis zum Friedhof will die Innung dem Ermordeten die letzte Ehre erweisen. Bis zu 300 Taxi-Fahrzeuge sollen sich in einem Konvoi in Bewegung setzen. Die Route führt unter anderem über den Michaelerplatz, den Schwarzenbergplatz sowie dem Rennweg und wird von der Polizei frei gehalten. Vor der Trauerfahrt will Innungs-Obmann Heinrich Frey in einem Manifest auf die Gefahren für Taxilenker aufmerksam machen. Gefordert werde dabei auch die Aufstockung der Polizei sowie die Förderung von Sicherheitsmaßnahmen seitens der Stadt Wien, erläuterte Frey. (apa/red)