Familenbonus Plus von

In 7 einfachen Schritten
zu Ihrem Steuerzuckerl

Familenbonus Plus - In 7 einfachen Schritten
zu Ihrem Steuerzuckerl © Bild: shutterstock

Mit dem Jänner 2019 wird in Österreich der Familienbonus Plus in Kraft treten. 950.000 Familien sollen dadurch steuerlich entlastet werden. Ab Dezember kann man den Bonus beim Arbeitgeber beantragen – doch es ist einiges an Bürokratie zu beachten. Ein Leitfaden.

Die Regierung ist stolz auf ihren Familienbonus Plus und spricht von der größten Entlastung für Familien, die es je gegeben hat. Immerhin sind für das selbsternannte Vorzeigeprojekt Steuererleichterungen an 950.000 Eltern vom Finanzamt in Höhe von 1,5 Milliarden Euro im Budget vorgesehen. Wie aber kommen die Familien nun zu ihrem Geld?

1. Wie hoch ist der Familienbonus?

Der Steuerabsetzbetrag kann pro Kind und Jahr mit maximal 1.500 Euro gelten gemacht werden. Dies gilt bis 18 Jahre. Wird für ein Kind auch nach dem 18. Geburtstag noch Familienbeihilfe bezogen, gilt der Bonus weiterhin, reduziert sich aber auf 500 Euro jährlich.

2. Ab welchem Einkommen kann der Familienbonus beantragt werden?

Die Wirkung beginnt laut Finanzministerium ab dem ersten Steuereuro. Das ist derzeit ab einem Einkommen von etwa 1260 Euro der Fall. Voll ausgeschöpft werden kann dieser dann ab einem monatlichen Bruttoeinkommen von ca. 1.700 Euro (bei einem Kind).

3. Muss der Familienbonus extra beantragt werden?

Ja, das ist ab sofort möglich. Um den Familienbonus Plus schnellstmöglich geltend zu machen, müssen Sie das vierseitige Formular E 30 ausfüllen und es unterschrieben bei Ihrem Arbeitgeber abgeben. Wichtig: Es muss auch eine Bestätigung über den Familienbeihilfenanspruch beigelegt werden. Diesen erhalten sie über das Finanzamt oder bei Finanzonline. Bevor Sie anfangen sich durch den "Bürokratiedschungel" zu kämpfen, sollten Sie sich entscheiden, welche Art der Auszahlung Sie bevorzugen. Es gibt nämlich zwei Auszahlungsmodelle.

4. So wählen sie die richtige Auszahlungsvariante

Ich will schnell zum Geld – monatliche Auszahlung ab 2019
Wenn Sie sich für die Berücksichtigung des Familienbonus Plus über die Lohnverrechnung entscheiden (also über das Formular und den Arbeitgeber), bekommen Sie den Betrag nicht auf einmal ausbezahlt, sondern spüren eine monatliche Steuerentlastung. "Tendenziell empfehlen wir eine Auszahlung über die ArbeitnehmerInnenveranlagung durch das Finanzamt. Die monatliche Berücksichtigung macht nur bei durchgehenden Dienstverhältnissen Sinn", heißt es von Seiten der AK. Wichtig - Gefahr der Steuernachforderung : Wenn der Familienbonus (bei der monatlichen Variante) in falscher Höhe berücksichtigt wird, kann es zu Steuernachzahlungen an das Finanzamt kommen!

Ich kann warten
Der Gesamtbetrag landet 2020 am Konto. Wollen Sie lieber den Gesamtbetrag auf einmal auf das Konto überwiesen bekommen, dann können Sie diese Variante in ihrer Arbeitnehmerveranlagung 2019 mittels Beilage L1k beantragen. Hier gibt es einen Haken: Der Familienbonus Plus kann dann nur im Nachhinein geltend gemacht werden. Das heißt im Klartext: Die Auszahlung des Geldes erfolgt bei dieser Variante erstmals 2020.

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5. Wie hoch ist mein persönlicher Familienbonus?

Das Bundesministeriums für Finanzen hat bereits einen erweiterten Brutto-Netto-Rechner (inklusive Familienbonus Plus) online gestellt. Hier können Sie sich ihre monatliche bzw. jährliche Entlastung vorrechnen lassen: Zum Brutto-Netto-Rechner inklusive Familienbonus Plus.

Tipps von der Arbeiterkammer

"Wir raten jedem sich die Lohnsteuer die monatlich am Zettel abgezogen wird, ganz genau anzusehen, bevor man sich entscheidet wie man den Familienbonus innerhalb der Familie aufteilt", sagt Vanessa Mühlböck, Referentin der Abteilung Steuerrecht bei der Arbeiterkammer und Expertin beim Thema Familienbonus. Sie empfiehlt allen Antragsstellern sich folgende Frage zu stellen: Ist meine Lohnsteuer hoch genug, dass sich der Familienbonus maximal auswirkt? Gerade Müttern in Teilzeit, sollten lieber den Partner geltend machen lassen, wenn er mehr verdient.. Fakt ist: Unter Umständen verzichtet man durch Unwissenheit auf Geld.

6. Wie schöpft man den Familienbonus optimal aus?

Wie viel Lohnsteuer jeder Elternteil zahlt sei sehr individuell. Wie man den Familienbonus optimal ausschöpfe, komme auch auf die Anzahl der Kinder an und ob es ein Elternteil alleine geltend mache. "Im Zweifelsfall rate ich dazu, den Familienbonus lieber im Nachhinein über die Arbeitnehmerveranlagung zu beantragen - wenn die Jahreslohnzettel vorliegen", sagt die AK-Expertin. So könne man die individuellen Berechnungen auf Basis des gesamten Jahreseinkommens anstellen. Bei Elternteilen die generell wenig verdienen, lohnt es sich auf jeden Fall den Familienbonus aufzuteilen - so wirke sich das Steuerzuckerl am besten aus.

7. Kann der Familienbonus Plus aufgeteilt werden?

Ja. In Ehegemeinschaften oder zwischen Partnern kann der Familienbonus auf Wunsch aufgeteilt werden. Je nach Variante muss dies im Formular bzw. in der Arbeitnehmerveranlagung bekannt gegeben werden. Ein Kreuzerl reicht aus - doch die Überlegungen im Vorfeld nehmen schon etwas mehr Zeit in Anspruch (Siehe Punkt 6). Auch bei getrennt lebenden Eltern kann der Familienbonus Plus aufgeteilt werden. Denn das Steuerzuckerl steht in diesem Fall dem Familienbeihilfeberechtigten und der Person zu, die für das Kind Unterhalt zahlt. Vorsicht Bürokratie : Der Nachweis über die Unterhaltsleistung muss dem Formular beiliegen.

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