Ratenzahlungen nicht nachgekommen: SK Sturm Graz wieder in finanziellem Strudel

Transfers von Dospel & Co. nicht an Misere schuld Gercaliu & Pöllhuber "gratis" von Red Bull geliehen

Der österreichische Fußball-Bundesligist SK Sturm befindet sich wieder einmal in einer finanziellen Notlage. "Wir haben eine Zahlungsaufforderung der Finanz bekommen, weil wir den vereinbarten Ratenzahlungen nicht nachgekommen sind", erklärte Klub-Präsident Hannes Kartnig.

Kartnig will den neuerlichen Turbulenzen allerdings nicht allzu viel Bedeutung beimessen, auch wenn als letzte Konsequenz der Konkurs drohen könnte. "Ich sehe darin kein Problem. Wir werden nächste Woche ein Gespräch mit dem Finanzamt führen. Wenn man uns entgegenkommt, wird sich alles lösen", sagte der Vereins-Boss.

Transfers von Dospel & Co. sind nicht an Misere schuld
Die Verpflichtung von drei neuen Spielern (Ronald Gercaliu, Alexander Pöllhuber, Ernst Dospel) unmittelbar vor Transferschluss hat sich laut Kartnig nicht negativ auf die Klub-Kassa ausgewirkt. "Gercaliu und Pöllhuber kommen leihweise von Red Bull Salzburg und kosten uns überhaupt nichts. Red Bull zahlt auch weiter die Gehälter. Sie sind bei uns, damit sie Spielpraxis sammeln und ihre Karriere fortsetzen können", betonte Kartnig.

Dass ein Bundesligist einem Liga-Konkurrenten zwei Spieler gratis zur Verfügung stellt, hält "Zar Hannes" nicht für Wettbewerbsverzerrung, und gegen mögliche Kritik von anderen Vereinen an dieser Praxis sieht er sich gewappnet. "Die anderen Klubs hätten ja auch bei Salzburg anklopfen und fragen können. Nichts anderes haben wir getan."

Laut einem Bericht in der "Kleinen Zeitung" hat die Finanzprokuratur Wien den Konkursantrag gegen Sturm Graz eingebracht. Die Causa Sturm liege nicht mehr beim Finanzamt Graz, sondern bei der Finanzprokuratur in Wien, heißt es in dem Bericht. Dort habe man bei Altschulden in der Höhe von 1,2 Mio. Euro die von Kartnig angebotene Ratenzahlung von 20.000 Euro pro Monat nicht akzeptiert. Die erste Tagsatzung findet am 12. September statt.

Bei dieser Tagsatzung werde Konkursrichter Elmar Schneider beide Seiten hören und dann entscheiden, ob der SK Sturm zahlungsunfähig ist und das Konkursverfahren eröffnet wird, oder ob er dem Verein zutraut, den Rückstand noch zu begleichen. In diesem Fall würde ein Zahlungsaufschub gewährt - sechs bis acht Wochen. "Das Ende aller Möglichkeiten ist der Konkursantrag", wird der Leiter der Finanzprokuratur, Wolfgang Peschorn, zitiert.

Dazu kommt, dass Sturm Graz laut dem Bericht seit Monaten keine Gehälter an die Spieler ausbezahlt habe. Klub-Präsident Karting ist dennoch überzeugt, dass es eine Lösung geben wird, und gab sich gelassen. Es seien ja nicht seine persönlichen Schulden und er lade den Vorstand ein, einen Kredit aufzunehmen, heißt es in einem Interview in der "Kleinen Zeitung".

Kartnig bestätigte aber auch, dass Sturm die 1,2 Mio. Euro nicht bezahlen könne. Erst nach der Vorstandssitzung werde man wissen, wie es weitergehe. Insgesamt sei die Situation aber nicht neu für ihn, "wir kennen sie seit Jahren", so Kartnig. Er denke nun an Menschen, die um Sturm besorgt sind und Sturm helfen. Ob Frank Stronach so eine Person sein könne, dazu wollte sich Kartnig nicht äußern.

(apa/red)