Rassistisches Video regt auf: Deutsches Verteidigungsministerium verurteilt Vorfall!

Ministerium: "Ist kein speziell deutsches Problem" Video seit Jänner bekannt - Ausbildner "nur" versetzt

Das deutsche Verteidigungsministerium hat das in den USA mit Empörung aufgenommene rassistische Video aus der Bundeswehr als "absolut inakzeptabel" verurteilt. Nun würden dienstrechtliche Maßnahmen gegen den betroffenen Ausbilder geprüft, sagte Ministeriumssprecher Thomas Raabe in Berlin. Er sprach allerdings gleichzeitig von einem "isolierten Einzelfall". Solche Zwischenfälle seien kein speziell deutsches Problem.

Das Video zeigt einen Ausbildner, der Rekruten bei einer Schießübung auffordert, sich als Ziel "Afroamerikaner" in der Bronx in New York vorzustellen und diese als "Motherfucker" zu beschimpfen. Ein solches Verhalten widerspreche den Maßstäben der Ausbildung und der inneren Führung der Bundeswehr, sagte Ministeriumssprecher Raabe. Näher könne man sich derzeit zu dem schwebenden Verfahren nicht äußern. Dienstrechtliche Maßnahmen müssten genau geprüft werden.

Das Video stammt vom Juli 2006 und ist nach Angaben des Sprechers intern bereits seit Jänner bekannt. Raabe wollte sich nicht festlegen, wie lange die Prüfung dienstrechtlicher Konsequenzen noch dauern werde - womöglich einige Wochen. Der Ausbilder wurde seit dem Vorfall im Juli 2006 aus der Feldwebel-Schmid-Kaserne in Rendsburg an einen anderen Standort versetzt, tut aber nach Auskunft der Bundeswehr weiter regulär seinen Dienst.

Das Video sorgt vor allem in den USA für große Aufregung. Der Bürgermeister der Bronx, Adolfo Carrion, hatte eine offizielle Entschuldigung gefordert. Dies sei das Mindeste, was die schwarzen Einwohner der Bronx erwarten könnten. Auch deutsche Politiker hatten sich am Wochenende bestürzt über den Vorfall gezeigt.

Raabe sprach in einem Interview von AP Television News von einem Einzelfall. "In jeder Gesellschaft - in Deutschland, in Frankreich, in Großbritannien und in den Vereinigten Staaten - passiert so etwas, aber ich glaube, das ist ein isolierter Fall", sagte Raabe. Die 250.000 Soldaten der Bundeswehr spiegelten die Gesellschaft wider. "Ich glaube, das ist nicht ein speziell deutsches Problem."

Insgesamt sei die 50-jährige Geschichte der Bundeswehr eine Erfolgsgeschichte. "Es ist wirklich selten, dass so etwas passiert", sagte Raabe in dem auf Englisch geführten Interview. (apa)