Rassismus im Fußball von

"So etwas ist mir noch nie passiert"

Richard Sukuta-Pasu im Interview über die Vorfälle in Ried und seine Reaktion

Richard Sukuta-Pasu beim Spiel in Ried © Bild: APA/Furtner

Richard Sukuta-Pasu wurde in Ried rassistisch beleidigt und hat für seine emotionale Reaktion Gelb gesehen. Im Gespräch mit NEWS erklärt der Sturm-Graz-Angreifer, was er von dem Vorfall hält und erklärt seine Reaktion.

NEWS: Was ist am Samstag in Ried wirklich passiert?
Richard Sukuta-Pasu: "Während des gesamten Spiels gab es Affengeräusche und rassistische Beleidigungen aus einer Ecke des Stadions. Als Profi-Fußballer habe ich zunächst versucht, das zu ignorieren, mich davon nicht ablenken zu lassen und meinen Job auf dem Spielfeld so gut wie möglich zu erledigen. Nach meinem Siegtor in der 85. Minute ist mir aber der Kragen geplatzt. Ich bin in die Richtung dieser Ried-Fans gelaufen, um ihnen zu zeigen, dass ich ihr Verhalten nicht toleriere. Als Reaktion kamen wieder diese Affengeräusche – und der Schiedsrichter hat mir die Gelbe Karte gezeigt."

Mit welcher Begründung?
"Wegen unsportlichen Verhaltens. Auf meine Frage, ob er als Schiedsrichter die Beschimpfungen von der Tribüne nicht gehört habe, gab er mir zur Antwort, dass er am Verhalten der Fans leider nichts ändern und ihnen schlecht die Gelbe zeigen kann. Ähnlich hat er nach dem Schlusspfiff gegenüber unserer Team-Managerin argumentiert. Traurig, dass er sich jetzt nicht mehr daran erinnern will. Übrigens, nach der Verwarnung habe ich sogar kurz daran gedacht, freiwillig vom Platz zu gehen, um ein Zeichen zu setzen. Aber dann habe ich’s mir wieder anders überlegt, weil ich meine Mannschaftskollegen nicht um den verdienten Erfolg bringen wollte."

Waren Sie früher schon einmal Opfer von rassistischen Angriffen?
"So etwas wie in Ried ist mir in meiner ganzen Profi-Karriere noch nie passiert. Vielleicht habe ich auch deshalb so emotional reagiert. Man sollte aber auch anerkennen, dass die Verantwortlichen in den Klubs in den letzten Jahren sehr gute Arbeit leisten und gegen Rassismus und Diskriminierung in jeder Form auftreten. Aber leider gibt es noch immer Menschen, die nichts kapieren und versuchen, Menschen mit anderer Hautfarbe oder anderer Herkunft fertigzumachen."

Ist Rassismus ein Thema in der Kabine?
"Natürlich wird darüber gesprochen, und wir sind uns in der Ablehnung von Rassismus total einig. Meine Mitspieler und der Verein stehen in dieser Situation wie ein Mann hinter mir. Und das tut gut."

Kommentare

DerLiebeAlex melden

Als Profi sollte man da meiner Meinung nach drüber stehen! Was juckt mich das was ein paar gestörte für Geräusche machen?

what.ever
what.ever melden

Ich glaube, wenn du der einzige Mensch bist, der von 100ten Gestörten 90 Minuten lang diskriminiert wird, langts irgendwann mal. Der Schiedsrichter hat gehandelt, wie er handeln muss. Die Heimmannschaft hätte allerdings reagieren müssen, schließlich sinds deren "sportliche" Fans.

wintersun melden

Wenn die anderen Spieler Rückgrat beweisen wollten hätten sie es gar nicht so weit kommen lassen müssen. Es hätte auch ein Kollege auf die Problematik aufmerksam machen können anstatt ihn alleine stehen zu lassen. Ich glaube nämlich nicht dass es ein geiles Gefühl ist als einziger von über 20 so heruntergestellt zu werden und alle wissen es.
Courage haben seine Kollegen offenbar keine bewiesen :(

Tja Affen machen eben Affengeräusche. Da dürften diesmal einige im Publikum dabei gewesen sein wie öfter mal beim Fußball :-)

Seite 1 von 1