Rasen ist typisch männlich: Hohes
Risiko und nur geringe Normenakzeptanz

Männer bis 24 und Vielfahrer zwischen 35 und 55 Finanzielle Strafen halten nicht vom Tempobolzen ab

Rasen ist typisch männlich. Unfälle mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit werden laut KfV-Verkehrspsychologen in neun von zehn Fällen von Männern verursacht. Experten unterscheiden zwei Typen: Zum einen junge Männer bis 24 Jahre, die einen hohen emotionalen Bezug zum Auto haben, und zum anderen Vielfahrer zwischen 35 und 55 Jahren, die häufig ihr eigenes Fahrkönnen überschätzen und rasch weiterkommen wollen.

Junge Männer, die ordentlich Gas geben, sind oft mit Gleichgesinnten unterwegs und haben eine deutlich erhöhte Risikobereitschaft - sowohl im sozialen als auch im finanziellen Bereich, analysierte Rainer Kastner, Verkehrspsychologe beim Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Sie haben eine geringe Bereitschaft, Regeln einzuhalten und auch die Strafen, die sie fürs Schnellfahren zahlen müssen, hält sie nicht davon ab, aufs Gaspedal zu drücken.

Zu ihrem Fahrzeug haben sie ein sehr enges emotionales Verhältnis, der Stellenwert des Autos kommt oft noch vor der Freundin. Zudem verfüge diese Gruppe über wenig Fahrerfahrung.

Zum zweiten "Rasertypen" zählen Vielfahrer im Alter zwischen 35 und 55 Jahren. "Das Auto ist für sie eine Sache, ein Transportmittel. Diese Männer glauben, über viel Routine und Erfahrung zu verfügen. Die Selbstkritik fehlt ihnen aber und das eigene Können wird häufig überschätzt", sagte Kastner. Diese Fahrer wollen schnell weiterkommen und ihr Stil ist konfliktbereit. "Eine häufige Kombination ist Rasen und Drängeln", so der Verkehrspsychologe.

Beiden Typen ist gemeinsam, dass sie über eine hohe Risikobereitschaft und eine geringe Normenakzeptanz verfügen. Selbst finanzielle Strafen halten sie nicht davon ab, ordentlich Gas zu geben und damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere zu gefährden.
(apa/red)