Rapids Angriffswirbel kommt etwas zu spät:
7:2 in Altach zumindest Wiedergutmachung

Rapids Offensivspiel überforderter Altachs Defensive Mann des Abends war vierfacher Torschütze Hoffer

Rapids Angriffswirbel kommt etwas zu spät:
7:2 in Altach zumindest Wiedergutmachung © Bild: APA/Pfarrhofer

Für die Champions-League-Träume um drei Tage zu spät hat Rapid Wien ein beeindruckendes Torfeuerwerk gezündet, ein 7:2 (6:2) wie in der 6. Runde der Bundesliga in Altach hätte auch gegen Anorthosis Famagusta locker zum Aufstieg gereicht. Held des Abends bei der grün-weißen Frustbewältigung war Erwin "Jimmy" Hoffer, der in Vorarlberg gleich viermal zuschlug.

"Das war die beste Antwort nach dem Europacup-Ausscheiden. So kann es weitergehen", meinte der ÖFB-Teamstürmer, der den an diesem Tag bemitleidenswerten Altach-Goalie Mario Krassnitzer in den Minuten 8, 20, 30 und 31 bezwang. Hoffer hatte auch beim historischen 7:0-Auswärtstriumph der Rapidler am 23. März 2008 in Salzburg mit drei Treffern zu den herausragenden Persönlichkeiten gehört. Vier Treffer in einem Bundesliga-Match hatte zuletzt Sigurd Rushfeldt beim 9:0-Erfolg der Austria am 22. August 2004 in Bregenz erzielt.

Der letzte vierfache Rapid-Torschütze in einem Auswärtsspiel war Zlatko Kranjcar am 27. September 1985 gewesen. Damals hatten die Hütteldorfer den GAK mit 10:0 gedemütigt. Den Rapid- und Bundesliga-Rekord für die meisten Treffer in einem Match hält nach wie vor Hans Krankl. Der "Goleador" traf beim 11:1-Kanterheimsieg am 22. Juni 1977 über den GAK gleich sieben Mal.

Hofmann weiter in Topform
Wie beim 7:0 in Salzburg auch in Topform waren neben Hoffer auch wieder Spielmacher Steffen Hofmann (vier Assists, ein Treffer) und Hoffers Sturmpartner Stefan Maierhofer (zwei Tore). "Hätten wir gegen Famagusta eine solche Chancenauswertung geschafft, dann würden wir nun gegen Piräus um den Einzug in die Champions League spielen. Leider ist für uns aber das Kapitel Europacup vorbei", haderte auch Hofmann noch mit dem Out gegen den zypriotischen Meister. Für den Deutschen war der Sieg im Ländle auch die richtige Antwort auf die 1:2-Niederlage am 24. Februar 2008, bei der der Elfmeter von Roland Kirchler gegen den (nicht bereiten) Helge Payer für hohe Wellen gesorgt hatte. "Wir haben nicht vergessen, was im Frühjahr hier passiert ist", so Hofmann.

Auch Rapid-Coach Peter Pacult zog nach dem Kantersieg den Hut vor seiner Truppe. "Es war eine Super-Reaktion von der Mannschaft. Ich bin mit allen zufrieden, wobei die Offensive überragend war." Pacult richtet seinen Blick nach dem frühen Europacup-Out nach vorne: "Natürlich ist es bitter, dass wir im Europacup schon ausgeschieden sind, aber wir schauen jetzt nach vorne. Wir haben zwei Ziele vor uns, die Meisterschaft und den Cup. Dieser Sieg war der erste richtige Schritt dorthin."

Fuchsbichler will frisches Blut für seinen Kader
Ganz andere Ziele hat natürlich Altach. Trainer Heinz Fuchsbichler wünscht sich sobald wie möglich frisches Blut für seinen Kader, nämlich einen Innenverteidiger und einen Stürmer. Mit einem namentlich nicht genannten Innenverteidiger, der aufgrund von zahlreichen Verletzungen dringend notwendig erscheint, soll man kurz vor dem Abschluss stehen. "Man kann sich sicher vorstellen, was in einem Trainer vorgeht, wenn seine Mannschaft 2:7 verliert. Das war nicht Bundesliga-tauglich", erklärte Fuchsbichler nach der bösen Abfuhr im eigenen Stadion.

Die Selbstkritik von Defensivmann Christoph Stückler war vernichtend: "Wir haben Fehler gemacht, die macht keine Schülermannschaft. Und die Tore, die Rapid gemacht hat, die hätte wohl auch meine Mutter gemacht."

SCR Altach - SK Rapid Wien Endstand 2:7 (2:6)
Cashpoint Arena, 7.500 Zuschauer, SR Oliver Drachta

Torfolge:
0:1 ( 8.) Hoffer
1:1 (16.) Konrad
1:2 (20.) Hoffer
2:2 (28.) Ribeiro
2:3 (30.) Hoffer
2:4 (31.) Hoffer
2:5 (36.) Maierhofer
2:6 (45.+1) Hofmann
2:7 (63.) Maierhofer

Altach: Krassnitzer - M. Koch, Stückler, D. Sereinig (39. Mayer),
Pfister (62. Mimm) - Guem, Pamminger - Ribeiro, Ze Elias (72.
Karatay), Jagne - Konrad

Rapid: G. Koch - Dober, Tokic, Patocka, Katzer (64. M. Hiden) -
Hofmann, Heikkinen, Boskovic, Kavlak (76. Kulovits) - Maierhofer,
Hoffer (67. Jelavic)

Gelbe Karten: Ribeiro bzw. Heikkinen

(apa/red)

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