Rapid kann doch noch gewinnen: Wiener
zittern sich zu 2:1-Sieg bei Austria Kärnten

Kavlak und Bazina brachten Wiener auf Siegesstraße Plus: Schachner-Elf mit vierter Niederlage in Serie

Der SK Rapid Wien ist auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Die Wiener gewannen am Sonntagabend beim SK Austria Kärnten in der Hypo Group Arena vor 20.800 Zuschauern mit 2:1 (0:0). Veli Kavlak (61.) und Mario Bazina (71.) schossen die Wiener nach einer schwachen ersten Hälfte zum Sieg. Die Partie hatte in Erinnerung an einen kürzlich an einer Gehirnblutung plötzlich verstorbenen 19-jährigen Rapid-Fanshop-Mitarbeiter mit einer Trauerminute begonnen.

Rapid, das damit auch das zweite Spiel gegen die Kärntner nach dem 4:0 im Hanappi-Stadion für sich entschied und sich für die Niederlagen gegen Anderlecht (0:1) und Altach (0:2) rehabilitierte, verbesserte sich damit auf den vierten Platz und hielt den Sechs-Punkte-Rückstand auf Tabellenführer Austria. Die Kärntner sind hingegen nach der vierten Niederlage in Serie, der zweiten im neuen EM-Stadion, als Neunter mit elf Zählern weiterhin in Abstiegsgefahr.

In einer taktikgeprägten, vom spielerischen Niveau sehr enttäuschenden ersten Hälfte gab es kaum Offensivbemühungen beider Teams, in einem regelrechten Mittelfeldgeplänkel resultierten die wenigen Torchancen daher lediglich aus Standardsituationen oder Weitschüssen. Nach einem Dober-Foul an den durchbrechenden Kärnten-Stürmer Fidjeu-Tazemeta wurde es im Rapid-Strafraum erstmals gefährlich: Kabats Freistoß knapp außerhalb des 16ers wurde allerdings von der Mauer über das Tor abgefälscht (9.). Dazu fiel ein Schuss des aufgerückten Ortlechner nach dem dritten Eckball der Schachner-Elf deutlich zu schwach aus (19.).

Rapid wurde symptomatisch für den Spielverlauf nur zweimal aus Weitschüssen gefährlich. Georg Hardings Knaller aus mehr als 25 Metern ging knapp am Tor vorbei (21.) und Kärnten-Goalie Schranz entschärfte einen Bazina-Weitschuss mit einer tollen Parade (28.). Die Wiener, bei denen die Stammspieler Heikkinen, Katzer, Korkmaz und Tokic verletzungsbedingt fehlten sowie Boskovic und Hiden zu Beginn nur auf der Ersatzbank saßen, übernahmen nach einer halben Stunde etwas das Kommando, blieben allerdings im Abschluss harmlos.

Nach dem Seitenwechsel spielten die Wiener genauso wie die Kärntner mit einem offeneren Visier und die Zuschauer kamen mehr auf ihre Rechnung. Ausgerechnet in einer Phase, in der die Kärntner besser waren - Helge Payer parierte in seinem 170. Bundesligaspiel einen Hechtkopfball von Ortlechner (55.) - fiel Rapids 1:0. Veli Kavlak tanzte auf der linken Seite zuerst Plassnegger und dann Ledwon aus und sein Linksschuss aus 18 Metern senkte sich über Schranz hinweg in die linke Tormannecke (61.).

Dem noch nicht genug, profitierte Bazina nach einem weiten "Abschlag" von Dober von einem Weber-Fehler, der an dem Ball vorbei sprang, und ließ Schranz im 1:1-Duell keine Chance (71.). In der Schlussviertelstunde wurde es aber trotzdem nochmals richtig spannend. Ein Plassnegger-Volley ging nach einer Krajic-Idealflanke knapp am Tor vorbei (75.), ehe den Klagenfurtern zwei Minuten später der Anschlusstreffer gelang. Ein Direktcorner des eingewechselten Junuzovic, der ab der 65. Minute sein Comeback gab und für frischen Schwung sorgte, landete möglicherweise noch leicht abgefälscht im langen Eck (77.).

Dazu hatte Krajic den Ausgleich am Fuß, verfehlte jedoch einen Junuzovic-Stanglpass (81.). Auf der anderen Seite setzte der für Bilic aufgebotene Erwin Hoffer den Ball aus einem halben Meter noch über das Tor (83.). Zum Schluss setzten die Kärntner alles auf eine Karte: Ein Fidjeu-Tazemeta-Kopfball fiel aus aussichtsreicher Position allerdings zu schwach aus (90.).

Kärnten-Präsident Mario Canori kündigte unterdessen mögliche Konsequenzen bei einer weiteren Fortsetzung des Negativlaufes an. "Wir haben jetzt zwei Heimspiele. Nach dem Altach-Spiel werden wir sehen, ob es Konsequenzen gibt", meinte Canori. Die sportliche Leistung sei bei einigen Spielern zuletzt nicht in gewünschtem Maße gegeben gewesen. "Ich verlange von den Spielern maximalen Einsatz", betonte Canori und fügte hinzu: "Die Vorgabe ist einen Platz im soliden Mittelfeld zu erreichen, das wird sich bis Mai auch hoffentlich ausgehen."

SK Austria Kärnten - SK Rapid Wien 1:2 (0:0)
Klagenfurt, Hypo Group Arena, 20.800, SR Einwaller

Torfolge:
0:1 (61.) Kavlak
0:2 (71.) Bazina
1:2 (77.) Junuzovic

Austria Kärnten: Schranz - Plassnegger, Chaile, Weber, Ortlechner - Bubenik, Ledwon, Riedl (65. Junuzovic), Krajic (83. Mössner) - Kabat (75. Zakany), Fidjeu-Tazemeta

Rapid: Payer - Dober, H. Eder, Patocka, Thonhofer - Hofmann, Harding, S. Kulovits (67. Boskovic), Kavlak - Hoffer, Bazina (79. M. Hiden)

Gelbe Karten: Ledwon, Fidjeu-Tazemeta bzw. Dober, Harding, Thonhofer

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(apa/red)