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Wann fliegt Schöttel raus?

Ablöse wohl nur mehr Frage der Zeit. Sportdirektor Schulte wird nicht Interimstrainer.

Peter Schöttel auf der Ersatzbank im Hanappi-Stadion © Bild: APA/EXPA/Groder

Das peinliche 0:1 im Cup gegen Pasching hat Rapid noch tiefer in die Krise gestürzt. Die Ablöse von Trainer Peter Schöttel ist wohl nur eine Frage der Zeit. Der Vorstand beschäftigt sich jedenfalls intensiv mit der sportlichen Situation. Dass Schöttel im Derby am Sonntag noch auf der Bank sitzt, scheint unwahrscheinlich. Auch, wenn Sportdirektor Schulte ihm nach dem Pasching-Spiel noch Rückendeckung gab. "Natürlich ist er der richtige Trainer in der Situation. Rapid hält zu Schöttel." Im Fußball sind solche Statements meist nicht viel wert.

Er selbst werde aber nicht auf der Bank sitzen - auch nicht als Interimstrainer. "Ich habe meine Trainer-Karriere beendet", betonte der 55-Jährige Schulte. Noch-Trainer Schöttel hatte für die Fans jedenfalls Verständnis. "Die Schöttel-Raus-Rufe haben mich nicht überrascht. Wenn man so spielt, ist es okay, dass der Trainer in der Kritik steht", war sich der Rapid-Trainer bewusst und äußerte seltene Kritik an seinem Team.

Insgesamt wirkte Schöttel ratlos, konnte sich den schwachen Auftritt seiner Mannschaft auch nicht erklären. "Ich bin schwer enttäuscht, wie wir aufgetreten sind. Das hat ganz komisch ausgeschaut. Wenn du so auftrittst, hast du keine Berechtigung zu gewinnen, geschweige denn im Cup weiterzukommen", meinte Schöttel.

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"Schmerzensgeld" für Zuschauer
Die Vorstellung seiner Mannschaft stimmte auch Rapids Sportdirektor Schulte nachdenklich. "Eigentlich hätte man jedem Zuschauer Schmerzensgeld zahlen müssen. Es tut weh, wenn man so klar unterlegen ist. Da muss man sich schon fragen, warum das so ist", sagte Schulte. Die wahre Leistungsfähigkeit der Mannschaft könne es nicht sein. "Vielleicht liegen die Probleme im Kopf, die richtige Einstellung zu finden", betrieb Schulte Ursachenforschung. Möglich sei auch, dass die Erwartungshaltung vor dem Frühjahrsstart, einerseits den spielerischen Auftritt zu verbessern und gleichzeitig die Mannschaft zu verjüngen, zu viel auf einmal gewesen sei.

Die Leistung der Hütteldorfer vor der Pause grenzte - mit Ausnahme des glänzend parierenden Goalies Jan Novota - an Arbeitsverweigerung. Die spielerische Linie fehlte total, zudem konnten die Wiener auch in läuferischer und kämpferischer Hinsicht mit dem Drittligisten nicht einmal annähernd mithalten. "Pasching war richtig gut, ganz im Gegenteil zu uns. Wir haben in der ersten Hälfte eine inakzeptable, indiskutable Leistung abgeliefert", resümierte Schöttel. Die zweite Hälfte sei auch nur deshalb etwas besser gewesen, "weil es nach der ersten Hälfte nicht mehr tiefer gehen kann".

Europacup trotzdem in Sicht
Trotz der aktuellen Misere und der schwachen Frühjahrsauftritte in der Meisterschaft liegen die Hütteldorfer auf dem Weg zum angepeilten Saisonminimalziel "Europacup-Platz" nach wie vor auf Kurs. Sieben Runden vor Schluss sind die Wiener Dritter (46), haben allerdings Sturm Graz (44), den WAC (42) und Ried (41) im Nacken. Das Quartett kämpft um zwei oder möglicherweise auch drei Europacup-Tickets.

Rapids nächste Bewährungsprobe geht ausgerechnet gegen die Austria über die Bühne. Die Rapidler blickten aufgrund des schwachen Auftritts alles andere als optimistisch in Richtung des Topspiels der 30. Liga-Runde. "Die erste Hälfte war eine Katastrophe, es ist unfassbar, was wir abgeliefert haben. Das war nicht rapidwürdig. Wenn man so auftritt wie heute, wird man kein Spiel mehr gewinnen", sagte Deni Alar. Und Marcel Sabitzer fügte hinzu. "Wir müssen uns hinterfragen, was wir am Platz gezeigt haben. Das ist einfach zu wenig." Deshalb forderte Schulte von seiner Truppe. "Wir sind in einer schwierigen Situation, aber wenn man am Boden liegt, muss man wieder aufstehen."

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