Rapid Wien von

Schöttel trägt's mit Fassung

"Durchaus nachvollziehbar" - Ex-Trainer nimmt Klubspitze die Absetzung nicht krumm

Peter Schöttel, Rapid Wien © Bild: APA/Hochmuth

Regionalligist FC Pasching hat das Schicksal von Peter Schöttel als Trainer von Österreichs Rekordmeister Rapid besiegelt. Einen Tag nach der sportlichen Bankrotterklärung im Cup-Viertelfinale gegen die Oberösterreicher (0:1) wurde der Ur-Grün-Weiße seiner Aufgaben entbunden. Schöttel bewahrte in den schwierigen Stunden Größe und stand am Mittwochnachmittag im Hanappi-Stadion den Medienvertretern noch einmal Rede und Antwort.

Bei aller Enttäuschung hatte Schöttel Verständnis für seine Beurlaubung. "Dieser Schritt der Vereinsführung ist nicht überraschend und durchaus nachvollziehbar, wenn man das Geschäft kennt", meinte der 46-Jährige nach der alarmierenden Talfahrt im Frühjahr. "Die Ergebnisse waren nicht so, wie es jeder von diesem Verein erwartet. Ich habe gespürt, dass meine Position von Runde zu Runde geschwächt wurde."

Edlinger zollt Schöttel Anerkennung

Die Clubführung betonte, dass die Entscheidung eine äußerst schwierige und schmerzhafte war. "Es war ein nicht leicht zu setzender Schritt. Meine Anerkennung für Schöttels Arbeit ist groß", sagte Präsident Rudolf Edlinger. "Wir haben dem Trainer lange den Rücken gestärkt und ihm viel Kredit gegeben. Aber die Tendenz war erschreckend", meinte Sportdirektor Helmut Schulte.

Dass Schöttels Vertrag erst Mitte Februar bis 2015 verlängert wurde, verteidigte der Deutsche. "Wir waren überzeugt von dieser Entscheidung. Aber die Entwicklung hat gezeigt, dass es so nicht weitergehen kann." Wie und ob man sich mit Schöttel finanziell einigen werde, wollte Schulte nicht öffentlich besprechen. "Wir reden nicht über Zahlen."

Knackpunkt war der 3. März

Dass es bei Rapid nicht leicht werde, habe er schon bei seinem Amtsantritt im Sommer 2011 gewusst. "Viele haben mir damals abgeraten, aber ich wollte es trotzdem versuchen." Und die ersten eineinhalb Jahre seiner Arbeit seien durchaus zufriedenstellend verlaufen. Die Saison 2011/12 beendete man als Vizemeister, in der laufenden Europacup-Saison war Rapid zudem Österreichs einziger Vertreter in der Gruppenphase der Europa League. "Eineinhalb Jahre lang haben wir unsere Ziele erreicht", stellte Schöttel klar.

Doch dann begann das Frühjahr 2013. Als Knackpunkt bezeichnete Schöttel das 1:2 am 3. März in Wolfsberg gegen den Aufsteiger WAC. "Bis dahin haben wir gut gespielt. Ab dann ist viel Unsicherheit und Unruhe entstanden." Der negative Höhepunkt, der das Fass laut Schulte zum Überlaufen brachte, war dann die Cup-Blamage. "Diese Leistung und diese Lethargie werden mir wohl für immer ein Rätsel bleiben. Ich war schockiert", erinnerte sich Schöttel mit Schaudern an den Dienstagabend. "Im eigenen Stadion von einem Drittligisten so vorgeführt zu werden, das hat richtig wehgetan."

Internationaler Startplatz möglich

Von seinen Kickern verraten fühlte sich Schöttel aber nicht. "Ich gehe davon aus, dass jeder sein Bestes geben wollte." Zumindest bis Saisonende will sich Schöttel nun nicht mehr zum Geschehen rund um Rapid äußern. "Es gibt so viele Ex-Rapidler, die sich in diversen Medien wichtig machen. Das werde ich sicher nicht tun. Ich wünsche mir, dass die Mannschaft das erklärte Ziel internationaler Startplatz erreicht. Da schaut es ja nicht so schlecht aus." Schließlich liegt Rapid ja trotz der mageren vergangenen Wochen nach wie vor auf Platz drei der Tabelle.

Schöttel vergaß auch nicht, einen Appell an die zuletzt vor allem protestierenden Fans zu richten: "Jetzt, wo der böse Trainer weg ist, sollte man sich wieder über Rapid-Tore freuen und die Mannschaft in diesen schwierigen Zeiten unterstützen. Denn die größten Erfolge bei Rapid hat's immer dann gegeben, wenn alle zusammengehalten haben."

Mit Rapid ist Schluss

Dass Schöttel keinerlei Anzeichen zeigte, Schmutzwäsche waschen zu wollen, ist wenig überraschend. Schließlich läuft sein Vertrag in Hütteldorf ja noch bis 2015. Dass Rapids Rekordkicker (436 Bundesliga-Spiele) noch einmal in offizieller Mission bei den Grün-Weißen arbeiten wird, schloss Schöttel jedoch bereits aus. "Ich denke, das war meine letzte Station bei Rapid. Denn ich habe nicht das Ziel, Präsident zu werden."

Kommentare

brauser49

GENAU JETZT wäre der richtige Zeitpunkt um einem Nachwuchs-Trainer die Chance zu geben mit seinen Buben nächstes Jahr gegen den Abstieg zu kämpfen ! Bitte keinen abgehalfterten aus dem Ausland, und einen Spitzenmann wird man sich ohnehin nicht leisten koennen ! Meisterschaft und Cup vergeigt - also genau jetzt !

brauser49

Wo habens ihn gefasst, am Untersiebenbrunn-Platz? Und jetzt abschieben zum Curling denn dort braucht man keine Trainer die motivieren muessen weil sie ihr Hobby nur aus Spass-an-der-Freud betreiben !

Schulte raus! Den braucht keiner bei Rapid!

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