Rapid Wien von

Peter Schöttel als Trainer gefeuert

Amateure-Boss Zoran Barisic übernimmt. Carsten Jancker wird sein Co-Trainer.

Der entlassene Rapid-Trainer Peter Schöttel, Präsident Rudolf Edlinger © Bild: GEPA pictures/Hoermandinger

Die sportliche Talfahrt des SK Rapid hat erste personelle Konsequenzen gefordert. Österreichs Fußball-Rekordmeister hat Cheftrainer Peter Schöttel (46) am Mittwoch mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben entbunden. "Es war kein leicht zu setzender Schritt. Es ist aber eine Entscheidung, von der wir voll überzeugt sind", sagte Präsident Rudolf Edlinger im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwochnachmittag. Sportdirektor Helmut Schulte bezeichnete die Tendenz der vergangenen Wochen als "erschreckend". Nachfolger ist der bisherige Amateure-Trainer Zoran Barisic (42). Der Ex-Internationale hatte schon im Frühjahr 2011 vor der Bestellung Schöttels interimistisch als Chefcoach fungiert.

"Nach dem Pasching-Spiel gab es nur eine Möglichkeit, um zurück auf die Siegesstraße zu kommen. Nämlich die Führung auszutauschen", führte der Deutsche weiter aus. "Irgendwann läuft das Fass über."

Auch Peter Schöttel stellte sich der Presse, konnte sich eine Spitze Richtung Rapid Anhang aber nicht verkneifen. "Jetzt wo der böse Trainer weg ist, sollte man sich wieder freuen und die Mannschaft in schwierigen Zeiten unterstützen", meinte Rapids Rekordspieler.

Rapids Horror-Serie

Rapid hat von den vergangenen zehn Ligaspielen nur eine einzige (2:0 zuletzt gegen Wr. Neustadt) gewonnen. Zu allem Überfluss setzte es am Dienstag im Cup-Viertelfinale eine blamable 0:1-Heimniederlage gegen den Regionalligisten FC Pasching. Schöttel leitete am Tag danach zwar noch das Vormittagstraining, die Vereinsführung entschloss sich unterdessen aber zur Trennung.

Dabei hatte Schöttel erst im Jänner eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2015 unterschrieben - eine der ersten Amtshandlungen von Sportdirektor Helmut Schulte. Der Deutsche hatte Schöttel bis zuletzt öffentlich den Rücken gestärkt. Der Druck auf die Funktionäre war nach der anhaltenden sportlichen Misere aber zu groß. Am Mittwochnachmittag (16.00 Uhr) wollte sich die Clubführung in einer Pressekonferenz erklären.

Peinliches Cup-Aus

Schöttel hatte die Hütteldorfer im Sommer 2011 übernommen, in der Vorsaison zum Vizemeistertitel und im Herbst in die Europa-League-Gruppenphase geführt. Sieben Runden vor Schluss liegt Rapid in der Bundesliga auf dem dritten Tabellenplatz. Vor dem Wiener Derby am Sonntag fehlen aber bereits 20 Punkte auf Tabellenführer Austria. Mit dem Cup-Aus gegen Pasching war auch die letzte Chance auf einen Titel dahin.

Die Rapid-Fans hatten ihrem Ärger bereits vor dem Heimspiel gegen Wr. Neustadt mit einer Demonstration Luft gemacht. Waren die Unmutsäußerungen anfangs hauptsächlich gegen die Vereinsführung gerichtet, mehrten sich in den vergangenen Tagen auch die "Schöttel raus"-Rufe. Der Rekordspieler des Vereins war von 2003 bis 2006 bereits als Sportmanager bei Rapid tätig gewesen - und nach Fan-Aufständen abgetreten.

Jancker wird Co-Trainer

Mit Schöttel muss auch dessen Assistent Dritan Baholli gehen. Aus dem bisherigen Trainerteam bleiben Thomas Hickersberger und Tormanntrainer Raimund Hedl. Neuer Co-Trainer ist der frühere Stürmerstar Carsten Jancker, zuletzt als Nachwuchschef tätig. Dazu steht Alexander Steinbichler zur Verfügung, der bereits bei den Amateuren als Athletiktrainer mit Barisic gearbeitet hatte.

Barisic war nach der Trennung von Peter Pacult im April 2011 zum interimistischen Chefcoach bestellt worden. Unter seiner Führung kamen die Hütteldorfer in acht Ligaspielen auf lediglich elf Punkte, dazu gab es im Derby gegen die Austria einen unrühmlichen Platzsturm der Fans. Am Ende reichte es nur zu Platz fünf - den Platz, auf dem Barisic die Mannschaft übernommen hatte. Einen derartiger Absturz, der sogar den Europacup-Startplatz in Gefahr bringen könnte, soll "Zoki" in den kommenden Wochen vermeiden.

Kommentare

Weg mit Schulte - wer braucht den Piefke bei Rapid? Erst lässt er Schöttel eine Vertragsverlängerung unterschreiben und 3 Monate später feuert er ihn? Der ist doch nicht ganz dicht, oder?

derpradler

Man sollte die Mannschaft feuern, nicht den Trainer!

zellerburg melden

Besser wäre den Edlinger entlassen.Der versteht von der ganzen Materie überhaupt nichts.

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...genau das wäre das richtige Schwein gewesen (siehe mein Kommentar unten)

Auch ein guter und ruhiger Trainer kann blinde Hühner nicht sehend machen !

alle Spieler verkaufen und mit den Amateuren weitermachen.

Sie haben das falsche Schwein geschlachtet......

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