Rapid - Sturm von

Verschenkte Punkte im Titelkampf

Hütteldorfer geben Partie nach Führung völlig aus der Hand. 1:1 steht's am Ende.

Rapid - Sturm - Verschenkte Punkte im Titelkampf © Bild: GEPA/Luger

Rapid verschenkt mit einem 1:1 gegen Sturm Graz wichtige Punkte im Titelkampf der Rapid-Anhänger Sturm-Kicker Rubin Okotie attackierte.

Guido Burgstaller hatte die Gastgeber in einer starken ersten Hälfte in Führung (13.) gebracht. Sie verabsäumten es aber, weitere Treffer nachzulegen. In der letzten halben Stunde präsentierten sich die Steirer von einer deutlich besseren Seite und wurden mit dem Ausgleich durch Rubin Okotie (61.) belohnt. Damit gab es zum ersten Mal seit dem 7. Dezember 2003 (1:1) wieder einmal keinen Sieger im direkten Duell der beiden Teams im Hanappi-Stadion.

Rapid-Coach Peter Schöttel nahm gegenüber der Nullnummer im Derby gleich fünf Veränderungen in der Startformation vor. Soma, Schrammel, die zuletzt kranken Burgstaller und Prager sowie Grozurek rückten in die Mannschaft. Katzer und Prokopic mussten wegen einer Verletzung passen, Pichler fehlte krankheitsbedingt. Drazan und Nuhiu mussten zu Beginn auf die Bank. Bei den Grazern war demgegenüber genau jene 4-1-4-1-Formation am Werk, die zuletzt mit einem Last-Minute-Tor beim Heim-2:2 gegen Salzburg einen Punkt erkämpft hatte.

Gutes Spitzenspiel
In einer flotten, dynamischen Partie suchten beide Teams von Beginn an den Weg nach vorne, verständlicherweise aufgrund des dringend benötigten Punktezuwachses im Kampf um die Meisterschaft sowie die restlichen Europacup-Plätze. Die Grazer hatten schon in der Anfangsminute die Chance auf die Führung, der Abschluss von Kainz im Rutschen ging aber doch klar drüber.

Danach übernahmen aber die im Spiel nach vorne sehr kreativen Hütteldorfer das Kommando, boten vor der Pause die wohl bisher stärkste Leistung im Frühjahr und machten das Fehlen des noch nicht im Kader stehenden Mittelfeld-Strategen Steffen Hofmann vergessen. Nach einem Einwurf von Schrammel setzte sich Burgstaller leicht gegen Koch durch und traf mit einem herrlichen Schuss knapp innerhalb des Strafraums genau ins kurze Kreuzeck zum 1:0 (13.).

Rapid lässt viele Chancen aus
Die Führung hätte bis zur Pause höher ausfallen müssen. Ein Trimmel-Volley ging am langen Eck vorbei (22.) und ein Flachschuss des agilen Offensivspielers sprang von der Stange zurück ins Feld (28.). Zudem musste sich Sturm-Goalie Gratzei bei einem Grozurek-Abschluss mit einer Fußabwehr zur Ecke (30.) sowie bei einem Prager-Schuss vom Sechzehner (43.) auszeichnen.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich zu Beginn nichts am Spielgeschehen, Rapid hatte die Partie im Griff und Klem musste in höchster Not vor Trimmel retten (46.). Mit Fortdauer der zweiten Hälfte wachten die Gäste aus Graz aber auf und hielten voll dagegen. Königshofer hatte mit einem Kainz-Schuss schon seine Mühe (60.). Eine Minute später war der Ausgleich perfekt. Standfest bediente Okotie, der ließ im Strafraum Sonnleitner schlecht aussehen und traf mit links aus elf Metern und aus der Drehung. Der Ex-Austrainer erzielte damit ausgerechnet im Hanappi-Stadion seinen zweiten Saisontreffer.

Sturm kommt in Fahrt
In der Schlussphase entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Gratzei hinderte Alar zweimal am Abschluss (71.), auf der anderen Seite ging ein Schuss von Koch hauchdünn daneben (72.) und ein Versuch von Okotie ins Außennetz (74.). In der 92. Minute ließ Bukva zweimal den Matchball aus, scheiterte zuerst an Königshofer und setzte den Nachschuss deutlich drüber. Damit gab es wieder einmal (schon seit dem 18. März 2001) kein 0:0 im direkten Duell der beiden Teams im Hanappi-Stadion.

Reaktionen
Peter Schöttel (Rapid-Trainer): "In der ersten Hälfte haben wir sehr gut gespielt, uns ist aber das zweite Tor nicht gelungen. Mit dem Ausgleich von Sturm ist die Partie gekippt, da war Sturm dann richtig gut und wir haben uns schwergetan, wirklich torgefährlich zu werden und sind auch wieder unsicher geworden. Da war es dann ein ganz anderes Spiel. Gott sei Dank hat Burgstaller getroffen, er hat schon gehadert. Es war ein typisches Burgstaller-Tor. Wenn er trifft, dann sind es tolle Tore."

Thomas Kristl (Sturm-Graz-Trainer): "Die Mannschaft hat eine hervorragende Leistung abgeliefert. Nur in der ersten Halbzeit nach dem 0:1 haben wir massive Probleme gehabt, da hat Rapid auch gute Chancen gehabt. In der zweiten Halbzeit haben wir uns wieder gefangen und sehr gut nach vorne gespielt. Wir haben einen Punkt gut gemacht auf die Mannschaften, die vor uns stehen. Mit den beiden Unentschieden gegen Salzburg und Rapid können wir leben, in den nächsten Wochen muss aber auch der eine oder andere Sieg dazukommen."

Guido Burgstaller (Rapid-Torschütze): "Wir sind alle enttäuscht. In der ersten Hälfte hätten wir mindestens zwei, drei Tore schießen müssen. Uns hat die Kaltschnäuzigkeit und ein bisschen das nötige Glück gefehlt. Es ist schade, da wir in der ersten Hälfte wirklich einen tollen Fußball gespielt haben. Leider haben wir zwei Punkte verloren, wir müssen das Spiel abhaken und nach vorne schauen."

SK Rapid Wien - SK Sturm Graz Endstand 1:1 (1:0)
Wien, Hanappi-Stadion, 17.300, SR Gangl

Torfolge: 1:0 (13.) G. Burgstaller
1:1 (61.) Okotie

Rapid: Königshofer - Schimpelsberger, Sonnleitner, Soma, Schrammel - Heikkinen, Prager - Trimmel, G. Burgstaller (66. Nuhiu), Grozurek (67. Drazan) - Alar (87. Gartler)

Sturm Graz: Gratzei - Standfest, Neuhold, T. Burgstaller, Klem -
Koch - Hölzl (85. Ehrenreich), Kröpfl, Bukva, Kainz - Okotie (92.
Haas)

Gelbe Karten: Heikkinen bzw. Okotie, Ehrenreich