Rapid - Saloniki von

"Wir sind Außenseiter mit Chancen"

Trainer Peter Schöttel hat Respekt, glaubt aber an Möglichkeiten

Rapid - Saloniki - "Wir sind Außenseiter mit Chancen" © Bild: GEPA/Oberländer

Heute Abend (20.30 Uhr, LIVE im NEWS.AT-Ticker) kämpft Rapid auswärts bei PAOK Saloniki um den Einzug in die Gruppenphase der Europa League. Es wäre für die Hütteldorfer bereits das dritte Mal nach 2009 und 2010. In Griechenland soll vor allem eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel im Hanappi Stadion eine Woche später geschaffen werden. "Sie sind Favorit, aber wir sind ein Außenseiter mit Chancen", so die Einschätzung von Schöttel.

Verzichten muss der Rapid-Trainer heute Abend auf Christopher Drazan. Der Flügelspieler erlitt am Mittwochabend beim Abschlusstraining im Toumba-Stadion ein Überstreckungstrauma im linken Knie, eine genauere Abklärung des Verletzungsgrades erfolgt in Wien.

Vor drei und vor zwei Jahren packte Rapid die Gruppenphase gegen den englischen Premier-League-Club Aston Villa, diesmal hat der Gegner einen weit weniger klingenden Namen. Dennoch wurde Trainer Peter Schöttel im Vorfeld nicht müde, vor den Qualitäten der Griechen zu warnen.

"PAOK ist sehr gut organisiert und zudem auch international erfahren", betonte der Wiener mit Hinweis darauf, dass der zweifache griechische Meister in den vergangenen beiden Jahren jeweils das Sechzehntelfinale der Europa League erreicht hat. "Wer zweimal in Serie die Gruppenphase der Europa League übersteht und sich dabei unter anderem gegen Mannschaften wie Tottenham Hotspur durchsetzt, hat Respekt verdient."

Rapid ließ beobachten
Schöttel ließ PAOK vor einer Woche in einem Testspiel gegen Xanthi durch Chefscout Fritz Riedmüller beobachten. Außerdem analysierte der Coach die Video-Aufzeichnungen vom 2:0 (auswärts) und 4:1 (heim) über Bnei Yehuda Tel Aviv in der dritten Qualifikationsrunde der Europa League. "Die Griechen haben eine sehr routinierte Mannschaft mit vielen Legionären, die gut organisiert ist. Sie sind Favorit, aber wir sind ein Außenseiter mit Chancen", so die Einschätzung von Schöttel.

Während Rapid die jüngsten drei Pflichtspiele ohne Gegentor gewann (2:0 Vojvodina Novi Sad, 2:0 Salzburg, 3:0 Sturm Graz), beginnt für PAOK die Meisterschaft erst am kommenden Sonntag mit dem Heimspiel gegen Panthrakikos Komotini. "Ich hoffe schon, dass der spätere Liga-Start ein Vorteil für uns ist. Unser Gegner kann noch nicht im normalen Rhythmus sein, dafür ist er aber international erfahrener", meinte Schöttel.

Schöttel will Eigeninitiative
Allzu intensiv will sich der Trainer mit der Verfassung von PAOK aber ohnehin nicht beschäftigen. "Wir müssen selbst initiativ werden und auch die Stimmung im Stadion annehmen", forderte Schöttel. Der 45-Jährige erwartet im knapp 29.000 Zuschauer fassenden Toumba-Stadion, in dem rund 700 Rapid-Fans Einlass finden werden, einen Hexenkessel - und das nicht nur wegen der für den Nachmittag prognostizierten 36 Grad. "Dieses Match wird für uns auch vom äußeren Umfeld her schwierig, aber da war das Spiel in Novi Sad eine gute Generalprobe."

Mit der aufgeheizten Stimmung muss sich eine Mannschaft auseinandersetzen, die im Vergleich zur Sturm-Partie wohl an einigen Positionen verändert sein wird. Der 17-jährige Louis Schaub steht diesmal erst gar nicht im Kader (Schöttel: "Für so ein Match brauche ich meine gestandenen Spieler"). Außerdem könnten Stefan Kulovits und Terrence Boyd in die Startformation rutschen.

Rapid im Stimmungshoch
Ein erfolgreiches Abschneiden in Thessaloniki würde die derzeitige Hochstimmung in Wien-Hütteldorf weiter verstärken. Noch vor zwei Wochen sah beim aktuellen Bundesliga-Tabellenführer nach der empfindlichen Derby-Heimniederlage und vor den Duellen mit Vojvodina Novi Sad und Red Bull Salzburg alles anders aus. "Rund um Rapid gibt es eben immer nur Extreme, aber wir müssen unsere Mitte finden", sagte Schöttel.

Der Rapid-Coach kann sich noch gut an die öffentliche Darstellung seines Clubs nach dem 0:3 gegen die Austria erinnern. "Ich merke mir alles, sauge alles auf, auch wenn ich nicht auf alles reagiere. Ich weiß, wie schnell sich alles ändern kann. Deshalb ist für mich die schönste Freude nach Siegen, dass wir danach eine angenehme Arbeitswoche haben."

PAOK Saloniki - SK Rapid Wien
(Donnerstag, 20.30 Uhr MESZ, Thessaloniki, Toumba-Stadion, SR Andre Marriner/ENG).
Rückspiel am 30. August (20.45 Uhr, SR Carlos Clos Gomez/ESP) im Wiener Hanappi-Stadion

PAOK: Glykos - Etto, Khumalo, Matheus, Lino - Georgiadis, Lazar, Fotakis, Robert - Salpingidis, Athanasiadis
Ersatz: Jacobo - Intzidis, Stamou, Kourdakis, Apostolopoulos,
Konstantinidis, Stafilidis, Garcia, Kace, Pelkas, Panagiotoudis,
Lawrence

Rapid: Königshofer - Schimpelsberger, Sonnleitner, Gerson, Katzer - Kulovits, Ildiz - Hofmann, Alar, Burgstaller - Boyd
Ersatz: Novota - Pichler, Schrammel, Heikkinen, Prager, Drazan,
Grozurek
Es fehlen: Trimmel (Rückenprobleme), Prokopic (rekonvaleszent), Schaub (nicht im Kader)

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