Rapid-Krise von

"Wir stehen mit leeren Händen da"

Nach der Niederlage im Cup rücken die Saisonziele in weite Ferne. Schöttel ratlos.

Rapid-Krise - "Wir stehen mit leeren Händen da" © Bild: APA/SCHALBER

Für den österreichischen Fußball-Rekordmeister SK Rapid Wien hagelt es derzeit Tiefschläge am laufenden Band. Nach dem Pokal-Aus am Mittwoch gegen Ried rückt das große Ziel, sich für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren in weite Ferne. Die Hütteldorfer müssen jetzt in der Liga alles geben. Doch auch dort steht man derzeit nur auf dem fünften Platz.

Trainer Peter Schöttel war nach der Schlappe sichtlich gezeichnet. "Dass wir durch einen Schuss ins Kreuzeck verlieren, ist sehr bitter. Ich habe gedacht, es könnte uns für die nächsten Partien Kraft geben, wenn wir im Elferschießen gewinnen. Jetzt stehen wir wieder mit leeren Händen da, und die Situation wird dadurch nicht leichter für uns", sagte der Rapid-Trainer.

Probleme gegen die Kleinen
Schöttel musste zu Kenntnis nehmen, dass ein kleiner Verein wie Ried dem an Anhängern gemessen größten Club Österreichs derzeit mühelos Paroli bieten kann. "Vom Umfeld her ist Rapid weit über Ried zu stellen, aber von den derzeitigen Ergebnissen her nicht. Natürlich hat sich da das Kräfteverhältnis verschoben."

Schöttel nimmt Spieler in Schutz
Dennoch wollte Schöttel mit seinen Spielern nicht zu hart ins Gericht gehen. "Es hat gegen Ried vom Ansatz her nicht schlecht ausgesehen, doch wir gewinnen im Moment eben die engen Partien nicht", betonte der Ex-Teamspieler. Gelegenheit zur Wiedergutmachung bietet sich bereits am Samstag daheim gegen Sturm Graz. "Jetzt heißt es wieder Kräfte zu sammeln und gegen Sturm zu punkten. Wir werden diese Phase durchtauchen", versprach der 44-Jährige.

Sollte es allerdings auch gegen den regierenden Meister schiefgehen, würde sich der Druck auf Schöttel wohl weiter erhöhen. "Aber ich traue mir zu, das Ganze wieder auf einen besseren Weg zu bringen", beteuerte Rapids Rekordspieler.

Traumtor nur Randnotiz
Angesichts der Krisenstimmung im Westen Wiens geriet das Traumtor Rapids fast zur Randnotiz. Christopher Drazan war mit einem Volley ins Kreuzeck erfolgreich, nachdem Steffen Hofmann flach zur Mitte gespielt und Guido Burgstaller den Ball von der Toroutlinie in den Rückraum bugsiert hatte. Laut Schöttel kam die Idee zu diesem Trick von Assistenz-Trainer Thomas Hickersberger, der eine ähnliche Aktion vom spanischen Spitzenclub Valencia gesehen hatte. Im Training hatte diese Variante selbst ohne Gegenspieler nie funktioniert. "Deshalb war die Freude auch so groß, dass es dann doch geklappt hat", meinte Schöttel.

Vom Held zum Buhmann
Wenig später avancierte Drazan allerdings vom Held zum Buhmann, als er in der 100. Minute mit einer unnötigen Gelb-Roten Karte die Niederlage gleichsam einleitete. Schon davor war der ÖFB-U21-Internationale am Rande eines Ausschlusses gewandelt. "Ich habe ihn aber nicht mehr austauschen können, weil Hofmann wegen Knieproblemen um seinen Austausch gebeten hat", erzählte Schöttel, der in der 116. Minute auch noch Michael Schimpelsberger mit Gelb-Rot verlor.

"Es war eine unbedachte Aktion von Drazan, doch er hat ein tadelloses Spiel abgeliefert, ein Super-Tor geschossen und war in den letzten Wochen einer unserer Besten", verteidigte der Wiener den Flügelspieler und ergänzte: "Wir haben uns in einigen Situationen naiv benommen, und da rede ich gar nicht von den Ausschlüssen."

Ried feiert
Weit besser war die Stimmung naturgemäß bei Schöttels Gegenüber Paul Gludovatz. Schon in der Vorsaison hatten seine Schützlinge Rapid aus dem Cup geworfen, damals allerdings in Oberösterreich. Die Wiederholung dieses Husarenstücks gelang mit einem historischen Erfolg, schließlich gingen die Rieder erstmals in der Clubgeschichte als Sieger vom Rasen des Hanappi-Stadions.

"Mich freut das, denn man gewinnt nicht alle Tage auswärts gegen Rapid", meinte Gludovatz. Der Burgenländer sprach von einem "spannenden und guten" Duell, das lange auf Messers Schneide stand. "Jeder hätte das 2:1 machen können."

Seinen eigenen Anteil am Triumph gegen den Rekordmeister, der damit weiterhin auf seinen ersten Cup-Titel seit 1995 warten muss, wollte Gludovatz nicht überbewerten. "Bei uns stehen die Spieler im Mittelpunkt, nicht ein Facebook-Trainer", erklärte der 65-Jährige mit einem Seitenhieb auf die Internet-Aktivitäten des neuen Teamchefs Marcel Koller.

Kommentare

Wiengrün die Unfarbe des Jahres `11 Rapid ist und bleibt ein Wasserkopf.Hurra es lebe das Innviertel.und es lebe SK JOSKO R I E D !!!

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