Rapid steckt weiter in der Krise: Wiener verlieren daheim gegen Schlusslicht Admira

Flögel erzielt in 80. Minute 1:0-Siegtreffer für Gäste Ried besiegt GAK 2:1 & überholt Rapid in der Tabelle

Meister SK Rapid schlittert immer tiefer in die Krise. Die Hütteldorfer kassierten am Mittwoch im Nachtragsspiel der 27. Bundesliga-Runde gegen Schlusslicht Admira vor eigenem Publikum eine 0:1-Niederlage und haben damit aus den jüngsten fünf Liga-Partien nur einen Punkt ergattert. Die Südstädter fehlen hingegen nur noch fünf Punkte auf das rettende Ufer. Im Nachtragsspiel der 25. Runde besiegte Ried den GAK zu Hause mit 2:1.

Rapid-Trainer Zellhofer brachte bei seinem Debüt im Hanappi-Stadion im Vergleich zur enttäuschenden 1:2-Niederlage gegen die Admira am Samstag gleich fünf neue Spieler und ließ unter anderem Akagündüz und Hlinka auf der Bank. Dies änderte aber nichts an den Problemen, die den Hütteldorfern schon das ganze Frühjahr zu schaffen machen. Die Gastgeber wirkten vor allem in der Anfangsphase nervös, produzierten viele unnötige Ballverluste und ließen Spielwitz vermissen.

Mehr als Halb-Chancen durch Kincl (4./Kopfball daneben) und Burgstaller (19./Mandl parierte den Kopfball) schauten zunächst nicht heraus, die Admiraner deuteten allerdings auch nur durch einen Kopfball von Bejbl aufs eigene Tor, den Payer nur mit Mühe entschärfte, und einen Bjelica-Pass auf Michael Wagner, bei dem Payer schneller war, ihre Gefährlichkeit an. In der 21. Minute reklamierten die Niederösterreicher vergeblich Elfmeter, weil Stefan Kulovits den Ball im Strafraum angeblich mit der Hand berührt hatte.

Die große Chance auf die Führung vergab Kincl in der 45. Minute, als er nach einem Kavlak-Zuspiel allein auf das Admira-Tor zulief, aber an Mandl scheiterte. Bald nach dem Seitenwechsel ließ der Tscheche einen ähnlichen Sitzer aus, diesmal schoss er den Ball nach Pass von Garics allein vor Mandl meterweit am Tor vorbei (53.). Kurz darauf setzte Zellhofer mit der Einwechslung von Akagündüz noch mehr auf Offensive, die Partie blieb aber bei Vorteilen für Rapid zerfahren.

Aufregung kam erst wieder in der 69. Minute auf: Nach einem Zweikampf zwischen Bejbl und dem kurz zuvor verwarnten Landerl stieß der Admira-Kicker den Tschechen mit der Hand, Bejbl revanchierte sich mit einem Tritt und sah dafür von Einwaller die rote Karte, nachdem der Referee von seinem Assistent über den Vorfall informiert worden war.

Mit der numerischen Überlegenheit im Rücken glückte der Admira noch der Siegestreffer. Nach einem Freistoß von Michael Wagner versenkte der eingewechselte Flögel unter Mithilfe der schlecht disponierten Rapid-Abwehr den Ball per Kopf zu seinem ersten Bundesliga-Tor seit drei Jahren. Rapid drängte danach noch auf den Ausgleich, vergab aber durch Akagündüz (88.), Kincl (89.) und Martinez (93./Freistoß) hochkarätige Einschussmöglichkeiten.

Ried neuer Tabellendritter
Die SV Ried hat mit einem 2:1 über den GAK erstmals in dieser Saison den dritten Tabellenplatz übernommen. Kuljic war mit zwei Toren Match-Winner der Oberösterreicher, die damit auch im 27. Spiel in Folge daheim ungeschlagen blieben. Für den GAK, der auf den fünften Rang in der Tabelle zurückfiel, war es bereits die sechste Pflichtspiel-Niederlage in Folge.

Vor 6.700 Zuschauern im Fill Metallbau-Stadion war Ried über 90 Minuten gesehen die bessere Mannschaft, Kuljic übernahm mit seinen Saisontreffern elf und zwölf auch die Führung in der Torschützenliste. Die Oberösterreicher starteten überfallartig. Kuljic (4., Lattenschuss) und Drechsel (6.) hatten schon in den ersten zehn Minuten Chancen auf die Führung. Der GAK, bei dem Talent Schenk erstmals von Beginn weg stürmte und zehn Österreicher in der Startformation standen, fing sich aber nach einer Viertelstunde - Ried-Tormann Berger drehte einen Kollmann-Schuss (20.) über die Latte. Für den Stürmer war es die letzte gefährliche Aktion in diesem Spiel, nach einer halben Stunde kam Skoro für den angeschlagenen Torschützenkönig 2004.

Ein Torschützenkönig der vergangenen Erste-Liga-Saison sorgte für die Rieder Führung. Kuljic zog aus gut 30 Metern ab, an Torhüter Schranz vorbei senkte sich der Ball ins rechte Eck (40.). Der Teamstürmer hätte die Führung beinahe noch ausgebaut, Schranz war aber bei einem Kopfball (43.) und einem Freistoß (45.) auf dem Posten.

Innerhalb von einer Minute kam in einer chancenarmen zweiten Spielhälfte dann plötzlich Stimmung auf. Zunächst sorgte Kuljic, der eine Drechsel-Flanke unbedrängt vom Fünfer einköpfelte, für die vermeintliche Vorentscheidung (77.), der GAK schoss aber gleich darauf den Anschlusstreffer: Skoro drückte nach einer Kombination Junuzovic-Schenk den Ball über die Linie (78.).

Nachtragsspiel zur 25. Runde:

SV Josko Ried - Liebherr GAK 2:1 (1:0)
Fill Metallbau-Stadion, 6.700 Zuschauer. SR Gangl

Tore: 1:0 (40.) Kuljic, 2:0 (77.) Kuljic, 2:1 (78.) Skoro

Ried: H.-P. Berger - Brenner (46. Henrique), Glasner, Kablar, Dabac - Seo, Berchtold (85. M. Berger), Drechsel, Angerschmid, Rasinger
(71. Schicker) - Kuljic

GAK: Schranz - Plassnegger, Sonnleitner, Ehmann, Schrott - Standfest (88. Lienhart), Junuzovic, Muratovic, Amerhauser (60. Kujabi) - Schenk, Kollmann (30. Skoro)

Gelbe Karte: Schrott

Nachtragsspiel zur 27. Runde:

SK Rapid - Admira 0:1 (0:0)
Hanappi-Stadion, 7.800, SR Einwaller

Tor: 0:1 (80.) Flögel

Rapid: Payer - Garics, Valachovic, Burgstaller, Adamski (46. Katzer) - Kavlak (54. Akagündüz), St. Kulovits, Bejbl, Mathias Dollinger (79. Martinez) - Bazina, Kincl

Admira: Mandl - Wimmer, Pecelj, Horvath - Thonhofer (59. Fürthaler), Panis, Bjelica (46. Flögel), M. Wagner, Landerl - Bule, Saglik (66. Hoffer)

Rote Karte: Bejbl (69./Tätlichkeit)
Gelbe Karten: Wimmer, Thonhofer, Landerl, Hoffer

(apa/red)