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Rapid verabschiedet Hanappi-
Stadion mit großer Abrissparty

Am Samstag wird die Kult-Heimstätte abgerissen - dank Google lebt sie aber ewig

Rapid-Spieler mit Luftballons im Hanappi © Bild: GEPA pictures/ Christian Ort

Das Gerhard-Hanappi-Stadion - alias "St. Hanappi" - ist bald endgültig Geschichte. Am Samstag (ab 10.00 Uhr) beginnt offiziell der Abriss der einstigen Rapid-Heimstätte. Die künftige Baustelle wird zunächst nicht weiträumig abgesperrt. Im Gegenteil: Die Fans werden zur Abrissparty gebeten. Sie dürfen sogar Stadionsessel, Tornetze, Mauer- sowie Rasenstücke mit nach Hause nehmen.

Trainiert oder gespielt wird in Hütteldorf schon länger nicht mehr. Anfang Juli wurde mit einem Freundschaftsmatch gegen Celtic Glasgow der Schlussstrich gezogen. Der Nachfolgebau wird sich "Allianz Stadion" nennen und soll von Mitte Februar 2015 bis Ende Juni 2016 errichtet werden. Mit Saisonbeginn 2016/17 soll Rapid wieder in Hütteldorf spielen.

Ein Sessel um 19,77 Euro

Bei der Abriss-Party können sich Besucher mit zahlreichen Erinnerungsstücken eindecken. Unter dem Motto "Mein Stück alte Heimat" werden Sessel, Rasenziegel, Mauerstücke vom Westblock und sogar Tornetzteile angeboten. Sessel etwa kosten 19,77 Euro, wobei der Preis auf das Stadion-Eröffnungsjahr 1977 verweist. Ein Stück des Tornetzes schlägt mit 18,99 Euro zu Buche, der St.-Hanappi-Rasen ist hingegen schon um fünf Euro zu haben. Die Devotionalien werden übrigens in spezielle Rapid-Schachteln verpackt.

WC-Schild aus dem Hanappi-Stadion
© GEPA pictures/ Christian Ort Das Stadion-Interieur wurde bereits versteigert

Die Fans, so versichert der Verein, werden die Möglichkeit haben, höchstpersönlich zu stemmen, herauszustechen, zu schneiden oder zu schrauben. Werkzeug steht zur Verfügung. Man habe aber auch an Sicherheitsvorkehrungen gedacht, wird auf der Rapid-Homepage (www.skrapid.at ) betont. Zudem stehen Mitarbeiter bereit, die ihre Hilfe anbieten. Der Großteil des Inventars wurde übrigens bereits verkauft. Er brachte insgesamt rund 35.000 Euro für den Rapid-Nachwuchs.

Foto-Shooting mit der Mannschaft

Der Höhepunkt der Abrissparty am Samstag wird wohl ein Familienfoto werden. Um 16.00 Uhr wird die Mannschaft auf dem Weg nach Ried einen Stopp im Stadion einlegen, um auf der Süd-Tribüne Platz zu nehmen. Rapid-Vereinsmitglieder dürfen sich dann zwecks Foto-Shooting rund um die Spieler formieren. Das Bild soll später unter anderem als Poster im Fanshop angeboten werden.

Die geplante neue Rapid-Arena.
© APA/SK Rapid/Strabag So wird die neue Rapid-Heimstätte aussehen

Apropos Shop: Es wird am Samstag auch einen Sonderabverkauf von Trikots geben. Zudem werden neue Fanartikel präsentiert, etwa die ersten SK-Rapid-Bauhelme. Da Abrissarbeiten anstrengend sind, ist auch für leibliches Wohl gesorgt: Die Partygäste werden während der Party kulinarisch verwöhnt, wird versprochen.

Um etwa 16.30 Uhr werden langsam, aber sicher die Experten das Ruder übernehmen: Der erste Bagger wird einfahren und symbolisch den ersten Steinbrocken zermalmen. Die professionellen Abrissarbeiten beginnen dann Anfang kommender Woche.

St. Hanappi bleibt erhalten - virtuell

Ein kleiner Trost für alle Fans, die sich von "ihrem Wohnzimmer" verabschieden müssen, bietet übrigens der Service von Google: Mit Street View Special Collection-Fotoaufnahmen kann man ab nun und auch in Zukunft das Gerhard-Hanappi-Stadion in seiner jetzigen Form weiterhin besichtigen.

Hanappi-Stadion in Google-Ansicht
© Google Dank Google bleibt das Hanappi ewig bestehen

Das Gerhard-Hanappi-Stadion ist als erstes in Österreich als Teil der Google Special Collections per Street View virtuell zu sehen. Neben weltberühmten Stadien, wie z. B. dem Londoner Wembley Stadion, der Allianz Arena in München oder auch dem Camp Nou des FC Barcelona reiht sich das Gerhard-Hanappi-Stadion nun ein in die Street View Fußball-Gallerie.

"Wir freuen uns, dass mit Google Street View dieser Teil der Rapid-Geschichte auch zukünftig digital aufbewahrt wird und ab sofort für jedermann weltweit virtuell zugänglich ist", zeigt sich Rapid-Präsident Michael Krammer glücklich über die virtuelle Wertschätzung.

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