Rapid will für Celtic zu rotem Tuch werden:
Wird das Auswärtsspiel ganz in Rot antreten

Erinnerungen an Old Trafford 1984 werden wach Neue Dressen sollen aber "keine Provokation sein"

Rapid will für Celtic zu rotem Tuch werden:
Wird das Auswärtsspiel ganz in Rot antreten © Bild: APA/Hochmuth

Der österreichische Fußball-Rekordmeister SK Rapid wird im Auswärtsspiel der Europa League am 1. Oktober gegen Celtic Glasgow ganz in Rot antreten. Dies bestätigte Clubsprecher Sharif Shoukry. Damit werden Erinnerungen an den 12. Dezember 1984 wach, als die Hütteldorfer - ebenfalls in Rot gewandet - im Achtelfinale des Cupsieger-Bewerbes im Old-Trafford-Stadion von Manchester zum Wiederholungsspiel gegen die Schotten antraten, durch ein Tor des nunmehrigen Trainers Peter Pacult 1:0 siegten und damit den Aufstieg schafften. Endstation war dann erst im Finale beim 1:3 gegen Everton.

Bei den Celtic-Fans könnte Rapid durch die Trikot-Wahl endgültig zum Roten Tuch werden. Viele Anhänger haben den Wienern nach wie vor nicht verziehen, dass sie nach dem 0:3 in Glasgow, das nach dem 3:1 in Wien eigentlich das Out für Rapid bedeutet hätte, Protest gegen die Wertung des Spiels eingelegt hatten. Rudi Weinhofer war am 7. November 1984 in Glasgow von einer Flasche am Kopf getroffen worden, woraufhin die UEFA die Neuaustragung in Manchester anordnete. Im Lager von Celtic ist man nach wie vor größtenteils davon überzeugt, dass Weinhofer die blutende Wunde erst in der Rapid-Kabine zugefügt wurde.

Eklat nach Goldtor
In der Partie im Heimstadion von Manchester United erzielte Pacult das Goldtor. Während des Spiels wurde Goalie Herbert Feurer von einem Celtic-Fan attackiert und unmittelbar nach dem Schlusspfiff trat ein Schlachtenbummler der Schotten Pacult auf dem Weg in den Kabinengang nieder.

Dennoch sehen sich die "Bhoys" als Opfer und werten die Trikots als Provokation, so wie etwa Ex-Stürmer Frank McGarvey, der 1984 in allen drei Partien gegen Rapid im Einsatz war. "Ich kann es nicht glauben - das ist den Celtic-Fans gegenüber völlig respektlos. Die Rapidler haben die Hassgefühle in Glasgow gegen sie völlig falsch eingeschätzt. Sie haben in ein Hornissennest gestochen", wurde McGarvey in der Online-Ausgabe der Boulevardzeitung "Daily Record" zitiert.

Der frühere Angreifer befürchtet nun Ausschreitungen am 1. Oktober. "Es muss etwas getan werden, denn jetzt gibt es für Rapid in Glasgow ein echtes Sicherheitsproblem. Wenn sie glauben, das ist lustig, werden sie bald herausfinden, dass sie falsch liegen", erklärte der streitbare Ex-Profi, der schon nach der Auslosung mit einem Kommentar in der "Daily Record" für Aufsehen sorgte. "Ich hasse Rapid mehr als jede andere Mannschaft auf der Welt - mit Abstand." Sogar auf der offiziellen Celtic-Website celticfc.net wurden die Hütteldorfer als "alte Feinde" bezeichnet, unmittelbar nachdem beide Teams in Gruppe C gelost worden waren.

"Soll keine Provokation sein"
Rapid-Sprecher Shoukry war hingegen um Deeskalation bemüht. "Es hat natürlich einen Beigeschmack, soll aber keine Provokation sein." Laut Shoukry musste Rapid bei der UEFA neben Grün-Weiß und Weiß mit grünem Nadelstreif (mit beiden Dressen kann Rapid auswärts gegen die Grün-Weißen aus Glasgow nicht spielen) eine dritte Dressenfarbe angeben, wobei die blau-roten Auswärtsleiberl nicht den UEFA-Vorgaben entsprach und ersetzt werden mussten - nun eben durch rote Trikots, rote Hosen und rote Stutzen.

(apa/red)