Ranko Popovic klagt Sturm Graz auf Wiedereinstellung

Ranko Popovic klagt Sturm Graz auf Wiedereinstellung

Zuerst die Sache mit dem dubiosen portugiesischen Pass des Russen Ramiz Mamedow und jetzt auch noch das: Der Jugoslawe, für den kein Platz mehr unter den fünf Nicht-EU-Ausländern ist, brachte eine Klage auf Wiedereinstellung ein. Gleichzeitig hat Popovic finanzielle Forderungen an Sturm deponiert.

Ranko Popovic, für den in den Reihen des Champions Leauge-Vertreters Sturm Graz kein Platz mehr unter den fünf Nicht-EU-Ausländern war und der deshalb aufs Abstellgleis geschoben worden war, brachte über seinen Anwalt Friedrich Gatscha eine Klage auf Wiedereinstellung ein. Gleichzeitig hat der Jugoslawe schriftlich seine finanziellen Forderungen an die Steirer deponiert.

Dem Verteidiger, dessen Vertrag noch bis 30. Juni 2001 gelaufen wäre, entgehen nach eigenen Berechnungen rund 3,3 Mio. S an Gehältern sowie Prämien aus der Champions League und der max.Bundesliga. "Die Abfertigung ist da schon inkludiert. Bei der Summe sind Popovic und sein Anwalt davon ausgegangen, was Ranko im besten Fall hätte verdienen könne", meint Gernot Zirngast, der Vorsitzende der Vereinigung der Fußballer (VdF), die ihrem Mitglied vollen Rechtsschutz gewährt und auch den Anwalt zur Seite stellt.

Mit der jüngsten Entwicklung in dieser Angelegenheit in seinem Urlaub in Südamerika konfrontiert, verschlug es Hannes Kartnig fast die Spache. "Jetzt reicht`s, mir platzt der Kragen. Der Fall geht mir schon so auf den Geist", wird der Sturm-Präsident in der "Kleinen Zeitung Graz" zititiert. Popovic bekomme alles, was ihm zustehe. Das sind für Kartnig aber nur rund 1,2 Mio. S. "Er erpresst uns mit der Arbeitsgenehmigung". Das Blatt kündigte aber auch an, dass Kartnig und Popovic am Montag noch zu einer letzten Gesprächsrunde zusammentreffen wollen.

Die Fronten scheinen aber verhärtet. Zirngast, ein Steirer, spricht von einer grundlos erfolgten Kündigung. Laut VdF habe Sturm Popovic auch nie ein konkretes und schriftliches Angebot unterbreitet, um vielleicht in anderer Funktion dem Verein dienlich sein zu können. "Es waren immer nur vage Ankündigungen", so der Gewerkschafter. Als Fehler des Ex-Meister bezeichnete er, dass er die Trennung Popovic so kurzfristig mitgeteilt habe. "Popovic hatte daher keine Möglichkeit, sich um einen anderen Klub umzuschauen".

Sturm habe auch erst kurz vor Mitternacht der Anmeldefrist am 31. Jänner der Liga eine Liste mit den fünf Nicht-EU-Ausländern ohne Popovic zukommen lassen. "Gefehlt haben dabei außerdem die entsprechenden Arbeitsbewilligungen oder die Einzelsicherungsbescheinigungen", sagt Zirngast, der auch Kritik an der Bundesliga übt, die in dieser Causa eine Ausnahme gemacht habe, die nicht Statuten konform gewesen sei. "Das ist verwunderlich, weil wie bisher praktiziert, die Bewilligungen beigelegt sein mussten, damit Spieler angemeldet werden können."

Die VdF werde alle rechtlichen Möglichkeiten ausschöpfen, weil diese "Vorgangsweise des Vereins und der Liga völlig unverständlich" sei. Zirngast spricht von einer einseitigen Kündigung seitens von Sturm. In diesem Zusammenhang bringt er die Pläne im internationalen Transferstreit ins Gespräch, wonach Spielern das einseitige Kündigungsrecht zugestanden werden soll. "Prinzipiell sind wir dagegen, aber nun müssen wir vielleicht unsere Einstellung überdenken. Denn gleiches Recht muss schließlich für alle gelten", sagt der VdF-Vorsitzede gegenüber der APA.