Randale überschatten UN-Klimakonferenz:
Gewalt und Brandsätze in Kopenhagens City

Behörden nehmen 200 Personen vorläufig fest Militante Gruppen drängen zum Gipfeltagungsort

Randale überschatten UN-Klimakonferenz:
Gewalt und Brandsätze in Kopenhagens City © Bild: AP/Polfoto/Graversen

Am Rande des UNO-Klimagipfels ist es in Kopenhagen zu Ausschreitungen gekommen. Die dänische Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein. Beamte nahmen auf dem Gelände des sogenannten "Freistaates Christiania" knapp 200 Menschen fest. Mehrere Gruppen hatten zuvor Barrikaden errichtet, Feuer entzündet und Brandsätze gegen die Polizei geworfen.

Christiania ist ein seit den 1970er Jahren besetzt gehaltenes Kasernengelände in unmittelbarer Nähe des Kopenhagener Stadtzentrums. Am Mittwoch steht den wegen ihres harten Einsatzes vielfach kritisierten dänischen Sicherheitskräften eine neue Kraftprobe bevor: Militante Gruppen haben angekündigt, entgegen aller Verbote den Tagungsort des Gipfels stürmen zu wollen. Bislang ist es nicht zu Krawallen im Umfeld des Gipfels gekommen. Dennoch hat die Polizei bei mehreren Demonstrationen fast 1.500 Menschen festgenommen.

Klimagipfel noch unbetroffen
Der Klimagipfel wird mit neuen Verhandlungen zwischen Vertretern der Entwicklungsländer und der Industrienationen fortgesetzt. Den Gipfelteilnehmern läuft jedoch die Zeit davon. "Zeit ist jetzt unser schlimmster Feind", hieß es aus Kreisen der Gipfelorganisatoren. Der britische Premierminister Brown, der heute in Kopenhagen erwartet wird, warnte angesichts des Konflikts vor einer Spaltung der Staatengemeinschaft.

Die Entwicklungsländer blockierten zeitweise die Verhandlungen, um die Industriestaaten zu ehrgeizigeren Zielen zu drängen. Ein weiterer Streitpunkt sind die Ausgleichszahlungen der Industriestaaten für die Entwicklungsländer, damit diese die Folgen des Klimawandels bewältigen können. Zumindest bei Japan zeigte diese Kritik Wirkung. Tokio werde sein Angebot von 9,2 auf 10 Milliarden Dollar aufstocken, berichtete die Tageszeitung "Shimbun". Die EU offeriert bisher 3,5 Milliarden Dollar pro Jahr, während die USA noch überhaupt keine Summe genannt haben.

(apa/red)