Rainer Schönfelder von

"Mich macht die Krise nicht arm"

Dancing Star und Ski-Ass Schönfelder lüftet sein Bankgeheimnis

Rainer Schönfelder © Bild: ORF/Ali Schafler

Der Mann scheint zum Gewinnen geboren. Mit dem Vermögensberater Thomas Schmid setzt er in der gemeinsamen Firma "You Will Like It Investements" Finanzkonzepte um. Ein Hobby, das ihn krisenfest auch in herben Zeiten werden lässt, wie er im ungewöhnlichen Interview zu verstehen gibt.

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Im Skigymasium Stams war das schon so, als sich der heute 35-jährige Rainer Schönfelder nicht nur mit Bestzeit durch die Slalomstangen warf, sondern auch noch überdurchschnittliche schulische Leistung erbrachte und ein Jahr vor den Klassenkollegen maturierte. "Leistest du was, kannst du dir was leisten", sinniert der Skifahrer, hoch bewertete Dancing Star und Vater der vier Monate alten Tochter Samira. Sein Faible für die Mathematik nützt er gewinnbringend: "Zahlenspiele und logisches Denken waren schon immer meines", erklärt er die Leidenschaft, mit der er sich in den vergangenen 15 Jahren selbst zum Investor ausgebildet hat.

NEWS: Sie haben keine Angst vor der Eurokrise?
Rainer Schönfelder: Falls der Finanzsektor kollabieren sollte, ist das für mein Unternehmen, die „You Will Like It“-Klienten und mich kein Problem. Wir haben Werte geschaffen, die man immer wieder in andere Werte ummünzen kann, ganz gleich, ob wir morgen mit Papier, Münzen, Schweinen oder Blumen handeln. Dieses Wissen habe ich mir mit allen Höhen und Tiefen – Gott sei Dank – in den letzten 15 Jahren hart erarbeitet.

NEWS: Sie sind dankbar für die Tiefen? auch für 300.000 Euro Verlust?
Schönfelder:
Ja, die Verluste damals waren sehr schmerzhaft, weil ich ausgerechnet in der Zeit der Internetblase eingestiegen bin. Ich habe lange damit gehadert, warum ich nicht in einer Zeit kleinerer Renditen einsteigen konnte, um ein Gespür zu bekommen, was da läuft. Mich hat es am Anfang so brutal auf den Boden gehaut, dass ich gemerkt habe, wie hart das sein kann. Dadurch habe ich gelernt, dass ich es anders angehen muss. Nun bin ich dankbar dafür.

NEWS: Haben die Verluste beim Investement Ihr Risikogefühl verändert?
Schönfelder:
Sie haben mein generelles Gefühl für Finanzanlage verändert. Ich war damals sehr wertpapierlastig aufgestellt. Heute bin ich sehr breit aufgestellt, von Gold in kleinsten Einheiten über Immobilien- Beteiligungen, Immobilien-Besitz bis zu nachhaltigen Umweltprojekten und Wertpapieren. Früher war mir schnelle Rendite wichtig, heute geht es um Nachhaltigkeit. Ich möchte von dem Geld in zwanzig Jahren noch etwas haben. Deshalb sind wir Ideengeber für den Investementfond Alpin Global Ethic: Er investiert in Firmen, die ökonomisch wirtschaften, schonend mit Ressourcen umgehen und sich sozial engagieren.

NEWS: Stichwort Verantwortung: Würden Sie auch Freunde in Sachen Investment beraten und dabei gut schlafen können?
Schönfelder:
Ich sehe das anders: Ich habe 15 Jahre Erfahrung in dem Bereich gesammelt, mein Partner noch mehr. Diese Erfahrung stelle ich Leuten zur Verfügung, die keine haben. Und von dem, was ich tue, bin ich so überzeugt, dass ich emotional überhaupt keine Probleme habe.

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