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Raiffeisen Internatioinal spart

Dreijähriges Kostensenkungsprogramm kommt - Schmerzliche Einschnitte blühen

Raiffeisen International. Firmenzentrale und eine Rote Ampel im Vordergrund. © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Stellenkürzungen bei Raiffeisen: Die börsennotierte Raiffeisen Bank International (RBI) hat ein scharfes Kostensenkungsprogramm vor, das über drei Jahre laufen soll. Im Aufsichtsrat am 18. September werden die Ergebnisse einer dazu eingesetzten Arbeitsgruppe beraten. Ende September, Anfang Oktober soll es vorgestellt werden.

Der Vorstand will einen "signifikanten" Betrag einsparen. Wie viele Stellen dem Rotstift zum Opfer fallen werden, wurde am Donnerstag bei der Halbjahrespressekonferenz aber noch nicht beziffert. Bankchef Karl Sevelda sprach am Donnerstag bei der Halbjahrespressekonferenz von zwangsläufig "schmerzlichen Einschnitten." Auch Kündigungen werde es in der Gesamtgruppe geben. In Österreich versuche man wie immer mit natürlichen Abgängen das Auslangen zu finden, wurde hinzugefügt.

"Alle Banken müssen sparen, das ist keine Frage", so Sevelda. Die RBI habe aber auch in Relation zu vergleichbaren Mitbewerbern noch "Spielraum" für Verbesserungen. Der RBI-Konzern hatte zum Stichtag Ende Juni 58.831 Beschäftigte, Ende des Jahres 2012 waren es 60.084. In Österreich sind rund 1.800 Leute in der RBI beschäftigt.

Kosten sollen sinken

Als Vorgabe für das Sparpaket nannte Sevelda in seiner ersten Quartalspräsentation nach seinem Amtsantritt heute Effizienzsteigerungen, strukturelle Verbesserungen und Anpassungen der Kapazitäten. Die Einsparungen würden aber nicht querbeet erfolgen, sagte er. Vornehmlich in der Abwicklung (Back-Office) müssten jedoch überall die Kosten durchkämmt werden.

Finanzvorstand Martin Grüll erklärte, dass zumindest der inflationsbedingte Auftrieb von Kosten und Aufwendungen weg müsse, der pro Jahr 100 bis 150 Mio. Euro ausmache. Dazu seien aber noch weitere Senkungen nötig.

Sevelda beklagte heute die hohe Steuerbelastung, die der Bank auferlegt sei. Die Kostenkomponente sei aber unabhängig von der Steuerbelastung zu sehen, ergänzte er. Aktuell würde fast die Hälfte des bereinigten Vorsteuergewinns wegbesteuert. Mitsamt Bankenabgaben und laufenden Steuern seien für das Halbjahr 350 Mio. Euro zu berappen gewesen.

Kommentare

Oberon

Hätten die Manager zu ihren anderen Qualifikationen auch nur im Ansatz die soft skills, die da wären: soziale Kompetenz und soziales Gewissen, dann hätten sie ihren Job wohl NIE bekommen. So bleibt alles, wie es war. Gespart - wird wie üblich - bei den unteren Rängen, ist ja auch einfacher.
Vielleicht erwischt es sogar ein paar über 50-Jährige! DIE bekommen dann sowieso keinen Job mehr.

Schon interessant, dass Sparen zuerst immer mit Kündigungen von Arbeitnehmern beginnt. Keine Rede davon die Managergehälter und Boni drastisch zu kürzen, oder gar die Anzahl an Managern und Verständen zu reduzieren. Sparen bei den anderen eben.

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