Raiffeisen Bank von

Bank macht Offshore-Deals

Umstrukturierung mit "Zukunft plus"-Projekt kostet RZB bis zu 400 Mio. Euro

RZB-Chef Walter Rothensteiner © Bild: APA/Techt

Die im Rahmen des sektorinternen Umbauprojekts "Zukunft plus" geplanten Anteilsaufstockungen bei Tochtergesellschaften dürften die Raiffeisen Zentralbank (RZB) zwischen 200 und 400 Mio. Euro kosten. Im Gegenzug sei mit jährlichen Einsparungen in zweistelliger Millionenhöhe zu rechnen, sagte RZB-Chef Walter Rothensteiner am Donnerstag im Klub der Wirtschaftspublizisten. Am selben Tag teilte er „Ö1“ mit, dass Raiffeisen „selbstverständlich auch Offshore-Geschäfte“ macht.

Aber diese Geschäfte seien kein Problem. Zwar würden viele „gleich rote Ohren“ beim Erwähnen von Offshore-Geschäften bekommen aber man müsse das differenziert betrachten. Am Ende sei sogar die Raiffeisen-Bank in Malta eine Offshore-Bank. Längst nicht jedes dieser Geschäfte sei dubios.


Ziel des Umbauprojektes sei es hingegen, bei wesentlichen Tochtergesellschaften 100 Prozent oder zumindest die Mehrheit zu übernehmen und Synergien zu heben, indem Stabsstellen dieser Unternehmen und nicht zum Kerngeschäft zählende Aufgaben in einem Kompetenzzentrum zusammengefasst werden. Die Verträge dazu sollen in den nächsten zwei bis drei Monaten fixiert werden. Das ganze Projekt soll in fünf bis sechs Jahren abgeschlossen sein. In den betroffenen Gesellschaften sind laut Rothensteiner 1.200 Mitarbeiter beschäftigt.

Fokussierung auf Kerngeschäft

Vom Restrukturierungsprogramm betroffen sein könnten acht Raiffeisen Verbundunternehmen, die alle als Spezialgesellschaften die bereits teilweise mehr- oder minderheitlich zur RZB-Gruppe gehören und Produkte für die gesamte Raiffeisen Bankengruppe erstellen. Dazu zählen die sektoreigene Bausparkasse, Kapitalanlagegesellschaft, Factor Bank, Wohnbaubank, Valida Pension-und Mitarbeitervorsorgekasse, die IT-Firma e-force und die Raiffeisen Versicherung, die derzeit aber zu 100 Prozent zur UNIQA-Versicherung zählt.

Diese Gesellschaften sollen sich in Zukunft nur mehr auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und alles dahinter stehende - etwa Pressestellen, Marketing, Rechts- und Informatik-Abteilungen - sollen in einem Kompetenzzentrum zusammengefasst werden. Dadurch könnten Kosten gespart werden. Für die 1.200 Beschäftigten würde sich vorerst nichts ändern, sie müssten eventuell ins neue Kompetenzzentrum übersiedeln, das im 19. Wiener Gemeindebezirk geplant ist

Bankengruppe verdientedeutlich weniger

Die größte Bankengruppe Österreichs, die Raiffeisen Bankengruppe (RBG), hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2012 in Summe deutlich weniger verdient als im Jahr davor. Das Ergebnis vor Steuern fiel mit 1,09 Mrd. Euro um fast 37 Prozent geringer aus als 2011. Das Ergebnis sei angesichts niedriger Zinsen und Bankenabgabe dennoch "respektabel" ausgefallen, sagte RZB-Generaldirektor Walter Rothensteiner, der auch Sprecher der Raiffeisen Bankengruppe ist, am Donnerstag im Klub der Wirtschaftspublizisten.

Gelitten hat das Ergebnis der RBG-Überblicksrechnung neben der 200 Mio. Euro schweren Bankenabgabe auch darunter, dass die Anzahl der einbezogenen Institute sich deutlich erhöht hat. So sind heuer erstmals 178 Institute mit 3.500 Mitarbeitern und 300 Bankstellen zusätzlich erfasst worden, darunter Landeshypothekenbanken sowie Leasinggesellschaften und deren Töchter.

Größte Bank des Landes

Dadurch ist sowohl der Sachaufwand um 245 Mio. auf 2,5 Mrd. Euro als auch der Personalaufwand um 545 Mio. auf 3,6 Mrd. Euro gestiegen. Die gesamten Betriebsaufwendungen erhöhten sich um 41 Prozent auf 10,1 Mrd. Euro, dagegen verbesserten sich die Betriebserträge nur um 24 Prozent auf 13,1 Mrd. Euro. Das Betriebsergebnis sank somit um 11 Prozent auf 2,98 Mrd. Euro.


Mit einer Bilanzsumme von 292 Mrd. Euro und einem Abstand von 78 Mrd. Euro zum zweitplatzierten - der Erste Bank und Sparkassen-Gruppe - ist die RBG das siebente Jahr die mit Abstand größte Bankengruppe in Österreich geblieben. Die RBG betreut in Österreich 2,8 Millionen Kunden und beschäftigt 25.000 Mitarbeiter. Weltweit - inklusive der börsennotierten Tochter RBI - betreuen 60.000 Mitarbeiter rund 14 Millionen Kunden in mehr als 3.000 Geschäftsstellen.

Kommentare

und wie viele arbeitsplätze kostet das in österreich?? offiziell keinen aber intern wird sicher einiges geschehen. nur lug und trug.

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