Raich bleibt die einzige ÖSV-Hoffnung:
Baumann in Super-Kombi ausgeschieden

Norweger Svindal nach der Abfahrt an der Spitze Streitberger mit 2,4 Sek. Rückstand nicht in Top 20

Raich bleibt die einzige ÖSV-Hoffnung:
Baumann in Super-Kombi ausgeschieden © Bild: APA/Techt

Im Kampf um die erste Alpin-Medaille von Österreichs Herren bei Olympia in Vancouver ist nach einem Sturz von Romed Baumann der Tiroler Benjamin Raich die einzigen ÖSV-Hoffnung in der Super-Kombination. Der Tiroler hat nach der Abfahrt in Whistler als Zwölfter 1,55 Sekunden Rückstand auf den Norweger Aksel Lund Svindal, der die Abfahrt vor dem italienischen Überraschungs-Zweiten Dominik Paris (+0,39) sowie den beiden Schweizern Carlo Janka (+0,50) und Didier Defago (0,54) gewann.

Rund um Raich platzierten sich auch die übrigen Medaillen-Topfavoriten für den dritten Alpinbewerb der Herren. Vor allem der Schweizer Silvan Zurbriggen mit 0,73 Rückstand auf Platz sechs sowie Bode Miller (7. mit 0,76) und Ivica Kostelic (9. mit 1,05 Sek) greifen ab 21.15 Uhr MEZ im von Kostelic' Vater Ante gesetzten Slalom nach Medaillen. Titelverteidiger Ted Ligety (USA) liegt mit 1,91 Rückstand bereits fast zwei Sekunden zurück.

Baumann stürzte nach etwa einer halben Minute Fahrzeit. Der Tiroler rappelte sich zwar auf und fuhr weiter, gab dann aber endgültig auf. "Ich habe probiert, voll zu attackieren. In der Kompression habe ich mich reingelegt und da bin ich schon gelegen. Ich hatte keine Chance", ärgerte sich Österreichs zweite Kombi-Hoffnung. "Die Verhältnisse waren super, daran ist es nicht gelegen."

Streitberger nicht in den Top 20
Speed-Spezialist Georg Streitberger war hingegen mit 2,40 Sek. Rückstand sogar deutlich langsamer als Raich. Österreich war nur mit drei Läufern ins Rennen gegangen, weil sich Hannes Reichelt im Training am Ellbogen verletzt hatte.

Raich hatte sich einen ähnlichen Rückstand wie im Super-G, in dem er mit 1,01 Sekunden Abstand auf Sieger Svindal 14. und bester Österreicher geworden war, erhofft. In etwa ging es sich aus, nachdem die Kombiabfahrt vom Originalstart und ebenfalls über die volle Länge von 3.105 m bestritten wurde.

Raich: Trotz "blödem Fehler" zufrieden
"Ich bin mit meiner Fahrt aber recht gut zufrieden", sagte der Pitztaler trotz seiner kleinen Patzer. Er habe bei der zweiten Zwischenzeit einen "blöden Fehler" eingebaut. "Da hat es mich ein bisschen ausgedreht." Die Platzierungen rund um ihn waren ihm egal. "Ich schau nicht, wer wo liegt. Ich will einfach einen guten Slalom fahren, mehr kann ich nicht tun", sagte der nächsten Sonntag 32 Jahre alt werdende Sieger von 14 Weltcup-Slaloms.

Svindal gehört zwar nicht zu den Top-Favoriten für Kombi-Gold, liegt aber sehr gut im Rennen "Nach dem ersten Teil schaut es zumindest gut aus. Ich rechne aber eher mit Raich und Kostelic", sagte der Norweger, der in Whistler schon Gold im Super-G und Silber in der Abfahrt gewonnen hat. (apa/red)