Raich Kombinierer-König von Frankreich: Tiroler gewinnt Super-Kombi in Val d'Isere

ÖSV-Jungspund Hirscher sensationeller Dritter Raich meldet sich mit Triumph im Weltcup zurück

Raich Kombinierer-König von Frankreich: Tiroler gewinnt Super-Kombi in Val d'Isere © Bild: Reuters

Erst wartet er fast ein Jahr auf den ersten Sieg, dann setzt er sich innerhalb von sechs Tagen gleich zweimal an die Spitze. Der Pitztaler Benjamin Raich gewann die Weltcup-Super-Kombination im alpinen Skilauf in Val d'Isere mit 0,34 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Jean Baptiste Grange und liegt nun im Gesamtweltcup nur noch 52 Punkte hinter dem Norweger Aksel Lund Svindal, der bereits im Super-G ausgeschieden war. Dritter wurde überraschend der Salzburger Marcel Hirscher in seiner Debüt-Kombi im Weltcup (+0,69).

Raich war nach dem Super-G auf der steilen "Face Bellevarde", auf der im Februar die WM-Medaillen vergeben werden, an aussichtsreicher Vierter Position gelegen, als stärkste Konkurrenten wurden der Kroate Ivica Kostelic und der Franzose Jean Baptiste Grange eingeschätzt, während Kostelic ausschied, holte Grange Rang zwei. Die nach dem Speed-Teilbewerb führenden Carlo Janka (SUI/8.) und John Kucera (CAN/11.) hatten um den Sieg nichts mitzureden. Das Speed-Rennen war wegen Nebels mit einer Stunde Verspätung gestartet worden.

Schwierige Bedingungen
"Auf dem Schnee war es schwierig, ich habe kämpfen müssen und gekämpft. Das war heute ganz wichtig, ich bin froh, dass ich es hingebracht habe", sagte Raich nach dem 32. Weltcup-Sieg seiner Karriere, er liegt nun im Ranking der erfolgreichsten Fahrer der Weltcupgeschichte an alleiniger sechster Position. Der Riesentorlaufsieg in Beaver Creek sei natürlich ein Vorteil gewesen. "Wenn man Rennen gewinnt, hat man Selbstvertrauen. Es fährt sich dann immer leichter", erklärte Raich, der wie alle etwas unter dem Jetlag litt. "Im Super-G habe ich mich nicht gut gefühlt. Aber ich bin nicht der Einzige, der aus Amerika gekommen ist."

Auch für den Gesamtweltcup war der Sieg am Freitag kein zu vernachlässigender: "Diese Punkte heute zählen besonders, weil die anderen nichts gemacht haben", brachte es ÖSV-Alpinchef Hans Pum auf den Punkt. Neben Svindal waren auch der US-Amerikaner Bode Miller und der Schweizer Didier Cuche bereits im Super-G ausgeschieden, Daniel Albrecht (SUI) erwischte es dann im Slalom. Alle gelten als Anwärter auf die große Kristallkugel für den Gesamtweltcup.

Hirscher hatte nach dem Super-G 1,46 Sekunden Rückstand auf Raich, er katapultierte sich von Rang 21 auf 3 und konnte es kaum glauben. Grundstein zum Podestplatz war sein gutes Speed-Rennen gewesen. "Wenn die Kombination mit Abfahrt gewesen wäre, wäre ich nicht gefahren. Ehrlich gesagt hatte ich gehörigen Respekt und musste mich echt dafür überwinden", sagte der Technikspezialist, der langfristig aber mit allen Disziplinen liebäugelt. Derweil gilt die volle Konzentration aber Slalom und Riesentorlauf, und die Super-Kombi bezeichnete er als "einmaligen Test", in den schnellen Disziplinen hat er keine Trainings absolviert.

Den Slalom bei halb Tages- und halb Flutlicht fand Hirscher dann von den Lichtverhältnissen her schwierig, aber vom Lauf her "voll cool. So soll ein Slalom sein, selektiv, anspruchsvoll, mit vielen Geländeübergängen." Dennoch kam der Podestplatz völlig unerwartet. "Damit habe ich nie gerechnet", betonte der 19-Jährige, der bisher im Weltcup zweimal im Slalom Dritter geworden war (Kranjska Gora und Bormio 2008). Romed Baumann wurde als drittbester Österreicher Zwölfter, Michael Walchhofer machte als 16. ebenfalls gute Punkte, Rainer Schönfelder schied aus. Hermann Maier und Christoph Gruber hatten nach dem Super-G auf ein Slalom-Antreten verzichtet.
(apa/red)