Rätselraten im österreichischen WM-Lager:
Schlechtester Start in der Nachkriegszeit

"Power Team" taumelt von einer Pleite zur nächsten Alpinchef Hans Pum will aber keine "Schnellschüsse"

Rätselraten im österreichischen WM-Lager:
Schlechtester Start in der Nachkriegszeit © Bild: Reuters/Ebenbichler

Österreichs Ski-Herren taumeln bei der WM in Val d'Isere von einer Pleite in die nächste. Nach Abfahrt und Super-G blieb das (einstige) "Power Team" auch in der Super-Kombination ohne Medaille. "Natürlich tut mir das Herz weh, wenn wir nach drei Herren-Bewerben keine Medaille haben. Wir sind alle deprimiert, wenn es so wie jetzt einfach nicht läuft", gestand ÖSV-Alpinchef Hans Pum unmittelbar nach der Super-Kombi, bei der Romed Baumann als einziger Österreicher ins Ziel kam und Rang acht belegte.

Die ÖSV-Ski-Herren haben damit in Val d'Isere den schlechtesten WM-Start der Nachkriegszeit hingelegt. Die drei ersten Bewerbe ohne österreichische Herren-Medaille hat es von Aspen 1950 bis Aare 2007 kein einziges Mal gegeben. Ein derartiges Ergebnis hatte es zuletzt in der grauen Vorzeit in den 1930er-Jahren gegeben.

"Keine Schnellschüsse"
Auf die Frage, ob nun personelle Konsequenzen im Trainerstab zu erwarten sind, meinte Pum: "Es wird ganz sicher keine Schnellschüsse geben. Wir werden die Ergebnisse und Ereignisse ganz genau analysieren. Dass der Druck auf alle Beteiligten größer wird, ist logisch. Aber ich kann versichern, dass wir in der Vorbereitung alles gemacht und unternommen haben."

Mit einer Portion Zynismus meinte Pum, der seit 1996 Alpinchef ist, weiter: "Und wenn die Welt nicht untergeht, dann haben wir ja hier noch weitere Chancen auf eine Medaille." Genau zwei Chancen haben Benjamin Raich und Co. noch, nämlich in Riesentorlauf (Freitag) und Slalom (Sonntag).

Giger wird Rücken gestärkt
Pum stellte sich ganz klar vor den von Toni Giger angeführten Trainerstab der ÖSV-Herren. "Wir haben eine super Partie beisammen. Jeder unserer Trainer kämpft wie ein Löwe." Doch Pum versprach gleichzeitig auch: "Ein paar Sachen werden wir sicher ändern." Was genau damit gemeint ist, wollte der 54-Jährige jedoch zunächst nicht verraten.

Alles schlecht zu reden, sei nun nicht korrekt und sinnvoll. "Es ist den Herren bis jetzt einfach nicht so gelaufen. So etwas passiert in jedem Sport. Sonst dürften im Fußball Brasilien oder Real Madrid kein einziges Spiel verlieren", flüchtete sich Pum, der ein persönlicher Freund des - ebenfalls oberösterreichischen - designierten ÖFB-Präsidenten Leo Windtner ist, ins Lager der Fußballer.
(apa/red)