Rätselraten um BZÖ-Spitzenkandidaten: Haider bleibt auch nach der Wahl in Kärnten

Behauptet Schwester und Ministerin Ursula Haubner Wird Klubchef Haider jetzt auch Kanzlerkandidat?

Die Verwirrung um den BZÖ-Spitzenkandidaten für die Nationalratswahl steigt. Sozialministerin Ursula Haubner (B) erklärte, dass ihr Bruder Jörg Haider nicht Spitzenkandidat wird. "Haider ist unser Bündnisobmann und Landeshauptmann in Kärnten und hat immer ganz klar gesagt, dass er den Kärntnern im Wort ist", so Haubner in den "Oberösterreichischen Nahrichten". Haider selbst hatte kürzlich seine Kandidatur ausgeschlossen, bald darauf aber gemeint, er habe niemanden aus dem Rennen genommen, schon gar nicht sich selbst.

Zuletzt meinte der als möglicher Spitzenkandidat genannte ehemalige FPÖ-Klubobmann und jetzige "Magna"-Manager Peter Westenthaler, dass Klubchef Herbert Scheibner diese Aufgabe übernehmen könnte. Gleichzeitig dementierte Westenthaler erneut Gerüchte über seine Rückkehr in die Politik. So war berichtet worden, dass Westenthaler in Kürze Vizekanzler Hubert Gorbach (B) ablösen könnte.

Auch über den Zeitpunkt der Bekanntgabe des oder der Spitzenkandidatin gibt es unterschiedliche Aussagen. So hatte es zunächst geheißen, dass die Verkündung Ende April stattfinden solle, nun wird über Ende Mai spekuliert.

Hautp nimmt sich aus dem Rennen
Obwohl sich Bündnissprecher Uwe Scheuch gegen Spekulationen über einen möglichen BZÖ-Spitzenkandidaten ausgesprochen hat, gehen eben jene - dem Ausschlussverfahren folgend - munter weiter. Von der Liste zu streichen ist, zumindest nach dessen eigenen Aussagen, Herbert Haupt.

Auf wiederholte Nachfrage bei einer Pressekonferenz, ob er als Kandidat zur Verfügung stünde, meinte der ehemalige Vizekanzler: "Nein, sicher nicht." Seine politische Tätigkeit beschränke sich nach wie vor auf seine Funktion als BZÖ-Obmann des Kärntner Bezirks Spittal/Drau. In diesem Amt wolle Haupt auch künftig tätig sein. Über seinen Wunschkandidaten als BZÖ-Zugpferd wollte sich Haupt nicht äußern.

Die FPÖ macht sich indes über BZÖ-Chef Jörg Haider lustig, weil dieser eine Kandidatur in Italien für 2009 nicht ausgeschlossen hatte. Die "kabaretthafte Politik" Haiders gehe nun langsam ins "Bizarre" über, meinte dazu Generalsekretär Harald Vilimsky in einer Aussendung. "Haider ist politisch jedenfalls mitten in einer Reise ins völlig Absurde. Aber unterhaltsam ist er mit seine Bocksprüngen allemal noch, so Vilimsky.
(apa/red)