Rätselhafter Tod eines 23-Jährigen in Wien: Leiche im Stiegenhaus gefunden

Fremdverschulden oder Drogentod auch möglich Anzeige wegen Körperverletzung mit Todesfolge

Der Tote war im Stiegenhaus des Wohnbaus entdeckt worden. Rasch vermuteten die Ermittler, dass der Tod an einem anderen Ort eingetreten sein dürfte. Sein 25-jähriger Nachbar gab schließlich zu, dem 23-Jährigen nach einer feucht-fröhlichen Feier in seiner Wohnung mehrmals ins Gesicht geschlagen zu haben. Die dem späteren Toten dadurch zugefügten Verletzungen und entstandenen Blutungen "können allerdings nicht zum Tot geführt haben", sagte Oberst Roland Frühwirth, Leiter der Kriminaldirektion 1, der APA, "Wir gehen von Körperverletzung ohne unmittelbare Tötungsabsicht aus."

Der 25-Jährige gab gegenüber der Polizei an, mit dem späteren Toten in seiner Wohnung gefeiert und dabei offenbar reichlich dem Alkohol zugesprochen zu haben. Im Laufe des Abends forderte der Gastgeber den 23-Jährigen auf, zu gehen. Als dieser die Wohnung nicht verlassen wollte, kam es zum Streit und zu der Prügelei. Laut Schilderungen des Festgenommenen verließ sein Saufkumpan die Wohnung, kam aber später mit einer weiteren Flasche zur Versöhnung zurück. Nach einem weiteren Zechgelage sollen beide eingeschlafen sein.

Erst seinem Aufwachen will der Gastgeber entdeckt haben, dass sein Kompagnon tot war. "Er hat die Panik bekommen und den Toten vor dessen Wohnungstür gelegt", berichtete Frühwirth.

Auf eine Todesursache wollte sich die Gerichtsmedizin bisher nicht festlegen. "Teile der Leiche müssen noch chemisch untersucht werden", erklärte der Ermittler. Ein Ergebnis dürfte es erst in einigen Wochen geben. Hinweise auf einen Tot durch Suchtmittel gebe es keine. Der 25-Jährige dürfte ins Landesgericht Wien eingeliefert werden. (apa/red)