Räikkönen ist auch in Bahrain der Gejagte:
Finne kann Lewis Hamilton in WM einholen

Teamkollege Massa nach zwei Ausfällen unter Druck Schumacher: "Vettel wird Überraschung der Saison"

Räikkönen ist auch in Bahrain der Gejagte:
Finne kann Lewis Hamilton in WM einholen

Nachdem zuletzt FIA-Präsident Max Mosley mit seinen privaten Eskapaden die Schlagzeilen bestimmt hatte, hat in der Formel 1 nun wieder der Sport Vorrang. Zwei Wochen nach Malaysia geht heute auf dem Wüstenkurs in Sakhir (13:30 Uhr MESZ) mit dem Grand Prix von Bahrain der dritte WM-Saisonlauf 2008 in Szene. Ferrari und damit Weltmeister Kimi Räikkönen ist traditionell und auch wegen der dortigen Wintertestfahrten Favorit, als WM-Leader kommt aber Silberpfeil-Pilot Lewis Hamilton nach Bahrain.

Mosley verzichtet auf einen Besuch im Königreich im Arabischen Golf und überlässt damit die Bühne den eigentlichen Hauptdarstellern. Räikkönen (11 Punkte) kann Hamilton, der nach seinem Sieg in der südaustralischen Hitzeschlacht sowie Platz fünf beim Saunagang in Malaysia die WM mit 14 Punkten anführt, überholen. "Mit unserem Auto können wir erwarten, auf jedem Kurs zu gewinnen", sagte der Finne vor dem dritten Hitzrennen in Folge, ehe es am 27. April in Barcelona mit dem Europa-Auftakt weitergeht. "Es gibt kein Team, das mehr Druck machen kann als wir", hielt McLaren-Mercedes-Fahrer Hamilton verbal dagegen.

Räikkönen gilt aber als Favorit auf dem 5,412 km langen Bahrain International Circuit (BIC). Zuletzt musste sich der 28-Jährige in dem "riesigen Sandkasten" zwar dreimal in Serie mit Platz drei begnügen, doch mit seinem souveränen Sieg in Malaysia hat der "Iceman" das Start-Fiasko von Australien vergessen gemacht und Selbstvertrauen getankt. Zudem absolvierte die Scuderia im Gegensatz zu den Titelrivalen vor der Saison Testkilometer in Bahrain. "Das hat uns sicher nicht geschadet", meinte Räikkönen.

Massa mächtig unter Druck
Mächtig unter Druck steht der Bahrain-Titelverteidiger Felipe Massa. Zweimal hat der Brasilianer nach einigen Patzern seinen Ferrari nicht ins Ziel gebracht. Die Nachfolgediskussion, in der Namen wie jener des zweifachen Bahrain-Siegers Fernando Alonso (Renault) oder Sebastian Vettel (Toro Rosso) auftauchten, ist längst angebrochen.

Ferrari-Chef Luca di Montezemolo will von einem vorzeitigen Fahrer-Tausch jedoch (noch) nichts wissen. "Über Felipe wird absolut nicht diskutiert", sagte er in der "Gazzetta dello Sport". Aber selbst Massas Ex-Teamkollege Michael Schumacher kritisierte: "Felipe hat bereits seine ganzen Joker ausgespielt."

BMW hofft auf weitere Aussetzer
Bei BMW hofft man auf weitere Aussetzer von Silber und Rot. In Australien nutzte Nick Heidfeld die Ferrari-Schwäche und wurde Zweiter, in Malaysia profitierte der Pole Kubica von den Problemen bei McLaren-Mercedes und musste sich einzig Räikkönen geschlagen geben. "Unsere Bilanz nach dem ersten Überseeblock kann sich sehen lassen", frohlockte BMW-Motorsport-Direktor Mario Theissen nach zwei zweiten Plätzen mit Blick auf Platz zwei in der Konstrukteurswertung (19 Punkte) hinter den Silberpfeilen (24), aber vor Ferrari (11).

Aber auch diesbezüglich gab sich der neuerdings vermehrt auf Motorrädern aktive Rekord-Weltmeister Schumacher skeptisch. Er traut BMW nicht zu, diesen Höhenflug über die ganze Saison aufrechterhalten zu können. "BMW wird da und dort Höhepunkte erleben, vielleicht sogar mehr als wir jetzt denken. Aber über die ganze Saison können sie das nicht durchhalten", sagte Schumacher kürzlich in Brüssel, wo er im Rahmen einer Anti-Alkohohol-Kampagne sprach. Weder Heidfeld noch Kubica können laut Schumacher 2008 im Kampf um den Fahrertitel mitmischen.

Lorbeeren für Vettel
Dafür gab es vom siebenfachen Formel-1-Weltmeister einmal mehr Vorschuss-Lorbeeren für seinen jungen Landsmann Vettel. Der 20-jährige Toro-Rosso-Pilot ist aber für drei Jahre an Red Bull gebunden. "Er war in Australien und Malaysia bis zu seinen Ausfällen sehr stark. Ich glaube, Vettel wird die Überraschung der Saison", ist Schumacher überzeugt. (apa/red)