Verkehrsrecht von

Guter Rat für Radfahrer

Dr. Maria In der Maur-Koenne © Bild: NEWS

Jetzt, im Herbst, möchte ich unbedingt wieder mehr Rad fahren und überlege, solange das Wetter es erlaubt, mit dem Fahrrad in die Arbeit zu fahren. Auf meinem Arbeitsweg quer durch die Stadt existiert aber leider kein durchgehender Radweg. Gibt es eigentlich Verkehrsflächen, die ich mit dem Rad nicht befahren darf?
Gernot D., Linz

Lieber Herr D.,
wenn auf Ihrem Weg in die Arbeit kein Fahrradweg vorhanden ist, dürfen Sie nicht nur, sondern müssen Sie sogar die Fahrbahn benutzen, die auch von Autos befahren wird. Nur dort, wo ein Radweg vorhanden ist, sind Sie verpflichtet, diesen auch zu benutzen. Auf speziell als solchen gezeichneten Fahrradstraßen ist jeder sonstige Fahrzeugverkehr, außer mit dem Rad, verboten. Mit dem Fahrrad können Sie auf einer Fahrradstraße auch neben einem anderen Radfahrer fahren, oder diesen jederzeit überholen. Auf der Fahrradstraße gilt allerdings eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Eine Benutzung mit mehrspurigen Fahrrädern und mit Anhängern, die breiter als 80 Zentimeter sind und nicht der Personenbeförderung dienen, ist nicht erlaubt. Ist auf der Fahrbahn ein Radfahrstreifen eingezeichnet, sind Sie verpflichtet, diesen mit Ihrem Fahrrad zu befahren.

Auch wenn viele Radfahrer das anscheinend immer noch glauben: Das Fahren gegen die Einbahn ist auch mit einem Fahrrad verboten! Anders wäre das nur, wenn eine entsprechende Erlaubnis gesondert beschildert wurde. Hingegen ist es sehr wohl erlaubt, mit dem Fahrrad in Wohnstraßen auch ohne Beschilderung gegen die Einbahn zu fahren, dies allerdings nur in Schrittgeschwindigkeit. Auch das Radfahren in Fußgängerzonen ist nur dann erlaubt, wenn dies durch eine entsprechende Beschilderung ausdrücklich gestattet ist - und auch dann nur in Schrittgeschwindigkeit.

Verboten ist es hingegen, auf Gehsteigen mit dem Fahrrad zu fahren. Ausgenommen davon ist nur das Queren im Zuge der Zufahrt zu einem Fahrradabstellplatz. Verboten ist das Radfahren natürlich auch auf Autobahnen und Autostraßen. Selbstverständlich gelten auch für Radfahrer die Straßenbeschilderungen, beispielsweise Vor- oder Nachrangzeichen oder Stopptafeln. Telefonieren, mailen oder simsen ist auch auf dem Fahrrad verboten. Erlaubt wäre nur das Telefonieren mit Freisprecheinrichtung.

Sollten Sie das Fahrrad auch für berufliche Fahrten nutzen, könne Sie übrigens Kilometergeld als Werbungskosten absetzen. Das Kilometergeld beträgt für Fahrten mit dem Fahrrad derzeit 0,38 Euro pro Kilometer. Es gilt allerdings eine Begrenzung mit 570 Euro pro Jahr. Da dies einer Strecke von 1.500 Kilometern entspricht, bedeutet dies immer noch jede Menge absetzbarer sportlicher Betätigungsmöglichkeit.

Haben Sie eine Frage? Schreiben Sie mir bitte: siehabenrecht@news.at