Rabenschwarze Wochen für Inter Mailand:
"Meistertitel ade" nach 0:2 beim FC Parma

Italien: Stadtrivale Milan marschiert Richtung Titel Auch Verfolger Napoli geht im Endspurt die Luft aus

Rabenschwarze Wochen für Inter Mailand:
"Meistertitel ade" nach 0:2 beim FC Parma © Bild: Reuters/Stringer

Nach dem desaströsen K.o. in der Champions League gegen Schalke 04 hat Titelverteidiger Inter Mailand auch in der italienischen Fußball-Meisterschaft abgedankt. Der Triple-Gewinner des Vorjahres verlor am Samstag mit 0:2 beim abstiegsbedrohten FC Parma und hat damit fünf Runden vor Saisonende bereits acht Punkte Rückstand auf Spitzenreiter AC Milan.

Während der Lokalrivale mit einem 3:0-Erfolg über Sampdoria Genua souverän auf Meisterkurs steuert, hat Inter resigniert. "Das ist zu viel Rückstand", gab Trainer Leonardo nach der vierten Niederlage in den jüngsten fünf Spielen zu.

Das 0:3 im Derby gegen Milan und die beiden Demütigungen durch Schalke (2:5 und 1:2) haben Inters Star-Ensemble gelähmt. Sebastian Giovinco (35.) und Amauri (85.) schossen die harmlosen Mailänder in Parma ab. "Am Einsatz hat es nicht gemangelt, uns fehlt die Kraft", erklärte Leonardo. Immer mehr Kritiker suchen die Schuld aber beim Coach. Dass der 41-Jährige gegen Parma ausgerechnet Wesley Sneijder zunächst auf der Bank ließ, verstand keiner - auch nicht der verärgerte Niederländer.

Auch Verfolger Napoli bricht ein
Erst Inter Mailand, dann Napoli - fünf Runden vor Ende der Serie A sind Milans Verfolger eingebrochen. Nach dem Umfaller der SSC am Sonntagabend kann der Spitzenreiter aus Mailand den "Scudetto" wohl nur noch selbst verspielen. Sechs Zähler liegt Milan vor den Süditalienern, für die nach einem 1:2 gegen Udinese der Traum von der ersten Meisterschaft nach dem letzten Triumph vor 21 Jahren mit Diego Maradona wohl geplatzt ist.

"Napoli geht k.o. - Milan feiert", titelte der "Corriere dello Sport". Napolis Walter Mazzarri blieb trotz der Enttäuschung fair und objektiv. Er gratulierte Udinese "für die stärkere Leistung" und lobte sein auch von den Fans mit Applaus bedachtes Team. "Diese Niederlage ändert nichts daran, dass wir eine großartige Saison gezeigt haben", sagte der Coach, dessen Star Edinson Cavani beim Stand von 0:2 zudem einen Elfmeter vergab. Der Anschlusstreffer durch Giuseppe Mascara in der Nachspielzeit kam zu spät.

Napolis Aufstieg unter der Führung des italienischen Filmproduzenten Aurelio de Laurentiis als Club-Präsident dürfte weitergehen. Titelverteidiger Inter hingegen steht ein Jahr nach dem Triple-Gewinn vor einer Zäsur. Das 0:2 gegen Parma war nach dem 0:3-Desaster im Derby gegen Milan und den beiden Pleiten gegen Schalke 04 im Viertelfinale der Champions League Inters vierte Niederlage in den vergangenen fünf Spielen.

Schadenfreude bei Berlusconi
"Liebes Inter, das war es. Der Titel gehört uns", stichelte Milan-Präsident Silvio Berlusconi. Der italienische Ministerpräsident konnte sich die Schadenfreude über den Absturz des Lokalrivalen nach fünf Meistertiteln in Serie offensichtlich nicht verkneifen. Der Erfolgstrainer der "Rossoneri", Massimilian Allegri, sah die Ausgangslage vor den finalen Runden ebenfalls klar: "Den Titel jetzt nicht zu holen, käme einem Selbstmord gleich."

Sein Amtskollege aufseiten von Inter steht indes vor dem Aus. Der erst im Winter geholte Brasilianer Leonardo könnte schon bald wieder Platz machen. In Mailand machen bereits Gerüchte die Runde, wonach Erfolgstrainer Jose Mourinho nach einem einjährigen Gastspiel bei Real Madrid wieder zurückkehren könnte. Angeblich hat der Portugiese seine Kinder bereits in einer Schule im benachbarten Lugano angemeldet.

(apa/red)