Quebec-Wahlen von

Ein Toter bei Schießerei

Bei der SIegesfeier der siegreichen Separatisten eröffnete ein Mann das Feuer

Polizei sichert das Theatergebäude Metropolis nach einer Schießerei © Bild: Getty Images/AFP/ROGERIO BARBOSAROGERIO

Bei der Siegesfeier der Separatisten nach den Wahlen in Kanadas französischsprachiger Provinz Quebec ist nach Polizeiangaben ein Mensch erschossen worden. Ein weiterer sei verletzt worden, als während der Rede von Spitzenkandidatin Pauline Marois Schüsse fielen, sagte der Polizeisprecher weiter. Der Mann, das Feuer eröffnete, konnte festgenommen werden. Dabei rief der Attentäter laut Kameraaufzeichnungen "Die Englischsprachigen werden wach". Marois von der bisherigen oppositionellen Parti Québécois blieb unverletzt.

Nach ersten Hochrechnungen kam die Parti Québécois bei der Wahl am Dienstag auf 32 Prozent der Stimmen. Die Liberalen, seit neun Jahren Regierungspartei, folgten mit 31 Prozent der Stimmen. Für die Konservativen stimmten demnach 27 Prozent.

Mehrheit für Separatisten

Bestätigt sich dieser Trend, der sich so nach Auszählung von 97 Prozent der Stimmen abgezeichnet hatte, hätten die Separatisten im Parlament 55 Sitze. Die Liberalen kämen auf 49 und die erst zehn Monate zuvor gegründete konservative Koalition für Quebecs Zukunft auf 19 Sitze. Die sozialdemokratisch orientierte Québec solidaire hätte mit 6 Prozent der Stimmen Chancen auf zwei Sitze. Es gab noch 15 weitere Parteien auf dem Stimmzettel, keine von ihnen hatte aber eine Chance auf den Einzug ins Parlament in Montreal.

Seit 2003 regiert dort der Liberale Jean Charest. Doch jüngste Umfragen hatten die Partei des Premierministers nur noch an dritter Position gesehen. An erster Stelle stand zuletzt mal die Parti Québécois, die, wenn schon nicht die Abspaltung, dann doch eine größtmögliche Souveränität vom übrigen, englisch sprechenden Kanada will. Einige Umfragen hatten aber auch die konservative Coalition avenir Québec vorn gesehen, die erst im November gegründet worden war.

In Quebec leben etwa acht Millionen Menschen, von denen knapp sechs Millionen wahlberechtigt sind. Die meisten sprechen französisch. Es ist die einzige der zehn Provinzen, in der nicht Englisch die Hauptsprache ist.

Kommentare