"Quälix" ist jetzt fix ein Königsblauer:
Felix Magath neuer Trainer von Schalke

Am Saisonende neuer starker Mann in Gelsenkirchen Wolfsburg lässt seinen Erfolgstrainer nun doch ziehen

"Quälix" ist jetzt fix ein Königsblauer:
Felix Magath neuer Trainer von Schalke © Bild: Reuters/Charisius

Felix Magath sieht seine Mission beim VfL Wolfsburg als erfüllt an und will nun den FC Schalke 04 wieder auf Erfolgskurs bringen. Die "Königsblauen" beendeten das tagelange Verwirrspiel um den Wechsel des 55-Jährigen und bestätigten seine Verpflichtung als Trainer und Manager mit der kommenden Saison der deutschen Fußball-Bundesliga. Der neue starke Mann auf Schalke erhält einen Vierjahresvertrag bis 2013. "Ich bin froh und glücklich, dass die Entscheidung raus ist", sagte Magath in Wolfsburg.

Er bestätigte zugleich, dass der Wechsel seit Wochen klar gewesen sei. "Ich hatte gehofft, es bis zum Saisonende von der Mannschaft fernhalten zu können", sagte Magath und übte Selbstkritik: "Ich sehe ein, dass der Zeitpunkt nicht der günstigste ist. Das kann sauer aufstoßen." Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender Clemens Tönnies gab sich erleichtert: "Er ist die erstklassige Lösung, die wir angekündigt haben."

Unmittelbar vor der Verkündung der Personalie auf Schalke hatte Wolfsburg die Trennung von Magath nach zwei Jahren bestätigt. In dieser Zeit hatte er den niedersächsischen Club, bei dem er die Dreifach-Funktion von Manager, Trainer und Geschäftsführer ausübt, zum Titelkandidaten geformt. "Es gab Gründe für meine Entscheidung. Vor allem gab es den Grund, dass wir am Beginn abgesprochen hatten, den VfL an die Spitze zu führen", erklärte Magath. "Das Ziel ist erreicht." Wolfsburg liegt vor den letzten vier Bundesliga-Runden drei Punkte vor dem FC Bayern München an der Tabellenspitze und greift erstmals nach der Meisterschaft.

Schalkes Suche beendet
Für Schalke 04 ist die Bekanntgabe der Magath-Verpflichtung auch der vorläufige Endpunkt einer monatelangen Krise. Nach anhaltender Erfolglosigkeit beurlaubte die Vereinsführung am 14. März zunächst Manager Andreas Müller. Wenig später erhielt auch der niederländische Trainer Fred Rutten den Laufpass. Bei der Suche nach neuem Personal für die sportliche Leitung wirkte die Chefetage des Traditionsclubs alles andere als souverän. Zunächst gab es eine Absage von Managerkandidat Oliver Kahn, dann erwies sich die Absicht, einen externen Coach als Zwischenlösung bis Saisonende zu engagieren, als Illusion. Seitdem betreuen die einstigen Rutten-Assistenten Mike Büskens, Youri Mulder und Oliver Reck die Schalker Profis.

Magath hatte ein knappes halbes Jahr nach seiner Entlassung beim FC Bayern, mit dem er zwei deutsche Meisterschaften (2005, 2006) gefeiert hatte, im Sommer 2007 die Tätigkeit in Wolfsburg aufgenommen. Schon in seiner ersten Saison qualifizierten sich die Wolfsburger für den UEFA-Cup. Magath krempelte den VfL komplett um. Er verpflichtete in zwei Jahren mehr als 30 neue Spieler für geschätzte 55,5 Millionen Euro.

Wolfsburg war zu knausrig
Trotz der sportlichen Erfolge war Magath in Wolfsburg zuletzt aber nicht mehr rundum glücklich. Seine Forderung, den Vertrag zu besseren Konditionen - deutsche Medien sprachen davon, Magath habe sein Salär von 2,5 Millionen Euro pro Jahr verdoppeln wollen - vorzeitig zu verlängern, erfüllte der Club nicht. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen es auch dem Clubbesitzer Volkswagen nicht gut geht, wäre eine derartige Gehaltserhöhung der Öffentlichkeit auch schwer vermittelbar gewesen. Auf Schalke war man offenbar gewillt, Magaths Forderungen nachzukommen.
(apa/red)