Putin legt im Raketenstreit nach: Präsident beschwört ein Zerstörungsszenario

'Gefahr sich gegenseitig zu schaden, steigt viele Male'

Der geplante US-Raketenschild erhöht laut dem russischen Präsidenten Putin das Risiko einer gegenseitigen Zerstörung. "Die Gefahr, sich gegenseitig Schaden zuzufügen oder sich sogar zu zerstören, steigt viele Male", sagte Putin. Der Schild werde russisches Territorium bis zum Ural kontrollieren, falls Russland keine Gegenmaßnahmen ergreife - "und wir werden das tun", so Putin.

Der russische Präsident verglich beim Treffen mit seinem tschechischen Amtskollegen Klaus die von den USA geplanten Abwehrraketen für Osteuropa mit der Stationierung von Atomraketen des Typs Pershing. Die Pershing-Kurzstreckenraketen sollten in den 1980er Jahren in Deutschland aufgestellt werden.

Unterdessen hat die NATO Russland um eine Klarstellung der Äußerungen Putins zum Abrüstungsvertrag über konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE-Vertrag) gebeten. Bei dem Treffen mit dem russischen Außenminister Lawrow sei der Eindruck entstanden, der Vertrag sei bereits ausgesetzt, sagte NATO-Sprecher Appathurai in Oslo.

Der russische Generalstabschef Balujewski wird der NATO am 10. Mai die russische Position zum Vertrag über Konventionelle Streitkräfte in Europa (KSE) erläutern. Er werde während des Russland-NATO-Rates in Brüssel die Haltung von Präsident Putin vortragen, sagte Balujewski. Nach seinen Angaben wird das Treffen den Beginn neuer Verhandlungen über den Vertrag erlauben.

NATO-Generalsekretär de Hoop Scheffer hatte nach einem Treffen der 26 NATO-Staaten mit dem russischen Außenminister Lawrow gesagt, Russland habe den konventionellen Abrüstungsvertrag mit der NATO de facto ausgesetzt. Auch Lawrow sagte, Russland fühle sich nicht mehr an die Verpflichtungen aus dem Abkommen gebunden.

(apa/red)