Putin schickt seine Bomber bis Island:
'Größtes Manöver seit Anfang der Neunziger'

Norwegische Luftwaffe beobachtet massive Übungen

Die norwegischen Streitkräfte haben über dem Nordmeer die größten Manöver der russischen Luftwaffe seit Anfang der 90er Jahre beobachtet. Eine russische Maschine ist nach Angaben des isländischen Rundfunks in den Luftraum der Nordatlantikinsel eingedrungen. Das Flugzeug sei "sehr nahe" an die Ostküste herangeflogen und habe dann nach Süden abgedreht.

Strategische Bomber, Aufklärungsflugzeuge, Kampfflugzeuge und Tankflugzeuge seien von der Nordspitze Norwegens nach Süden in Richtung der Färoer geflogen und dann wieder umgekehrt, teilte der norwegische Brigagegeneral Ike Asak mit. Das skandinavische Land betrachte die Übung als Ausdruck eines verstärkten Interesses der russischen Regierung am hohen Norden, sagte Asak. "Wir haben eine solche Aktivität sehr lange nicht mehr gesehen. Nicht seit Anfang der 90er Jahre."

Das Außenministerium in Reykjavik betrachte den Vorfall als sehr ernst und bemühe sich um eine rasche Aufklärung der Angelegenheit, hieß es. In Island fand etwas über einer Woche unter dem Titel North Viking 2007 die erste Militärübung seit der Räumung der US-Basis in Keflavik vor rund einem Jahr statt. An der zweitägige Übung beteiligten sich mehrere NATO-Länder, darunter die USA, Norwegen und Dänemark.

Im Zuge von seit dem 14. August über dem Nordatlantik stattfindenden russischen Manövern ist es zu insgesamt drei Verletzungen des isländischen und damit des NATO-Luftraums durch russische Langstreckenbomber gekommen. Das bestätigte ein Sprecher des Außenministeriums in Reykjavik unter Hinweis auf eine zeitgleich auf Isländisch veröffentlichte Presseaussendung.

NATO-Maschinen der norwegischen und britischen Luftwaffe seien aufgestiegen und hätten die russischen Maschinen aus dem isländischen Luftraum begleitet.

Island habe Moskau wie in solchen Fällen üblich, um Aufklärung über die näheren Umstände der Vorfälle gebeten. An sich handle es sich aber um nichts Dramatisches, so der Ministeriumssprecher. Die NATO habe die Flugbewegungen im Rahmen der russischen Manöver von Anfang an beobachtet.

(apa/red)