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Putin besichtigte Bau
einer Brücke auf die Krim

Russischer Präsident reist kurz vor Wahl auf annektierte Halbinsel

Wenige Tage vor der russischen Präsidentenwahl hat Präsident Wladimir Putin die Baustelle für eine Brücke zur 2014 von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim besichtigt. Er hoffe, dass der Bau noch diesen Sommer - und damit früher als geplant - fertig werde, sagte er der Agentur Tass zufolge am Mittwoch.

Die Brücke über die Meerenge von Kertsch soll das russische Festland mit dem beliebten Urlaubsziel Krim verbinden, denn Russland hat keinen direkten Landweg dorthin. Zudem hatte Putin am Mittwoch einen Besuch in den Krim-Städten Simferopol und Sewastopol geplant.

Putins Krim-Reise kurz vor seiner erwarteten Wiederwahl am Sonntag ist hochsymbolisch, da die Abstimmung auf den vierten Jahrestag der Krim-Annexion fällt. Am 18. März 2014 hatte Putin einen Vertrag über den Beitritt der Halbinsel sowie der Stadt Sewastopol zur Russischen Föderation unterzeichnet. Der Westen sieht darin eine völkerrechtswidrige Annexion.

Der Fall belastet die Beziehungen Russlands zur Ukraine. Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko kritisierte Putins Reise als "gefährliche Provokation". Der prowestliche Staatschef rief die Welt auf, Wahlergebnisse auf der Krim nicht anzuerkennen.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) bekräftigten am Rande ihres Besuchs in der Ukraine, dass Österreich die russische Annexion der Krim ablehne. "Der Besuch von Präsident Putin auf der Krim ändert nichts daran, dass Österreich und die EU die rechtswidrige Annexion der Krim durch Russland nicht anerkennen", teilte Van der Bellen den mitreisenden österreichischen Journalisten auf Anfrage mit.

Kneissl betonte ebenfalls, dass der Besuch Putins an der österreichischen Position "nichts" ändere. "Österreich - wie sämtliche andere EU-Staaten - anerkennt die russische Annexion der Krim nicht", unterstrich die Außenministerin, die für die russlandfreundliche FPÖ in der Bundesregierung sitzt. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache erachtet die Krim "realpolitisch" als Teil Russlands, was "anzuerkennen" sei.

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