"Punkte sind kaum möglich": Klien vor Red-
Bull-Heimrennen in Silverstone pessimistisch

Punkte scheinen für Vorarlberger außer Reichweite Kampf um Cockpit 2007: Stallduell mit Coulthard

Christian Klien wäre vor zwei Wochen in Monaco beinahe erstmals in seiner jungen Karriere auf das Formel-1-Podest gefahren. Einen anhaltenden Aufwärtstrend hat der Vorarlberger dennoch nicht festgestellt. "Punkte sind kaum möglich", sagte Klien vor dem Grand Prix von Großbritannien am Sonntag (14:00 Uhr) gegenüber der APA. Zu wichtig sei in Silverstone die Aerodynamik, mit der sein Team Red Bull Racing bereits die gesamte Saison zu kämpfen hatte.

In Monaco war Klien an fünfter Stelle und damit noch vor seinem Teamkollegen David Coulthard, dem späteren Dritten, liegend ausgeschieden. "Der Speed hat gestimmt, aber Silverstone ist eine ganz andere Strecke. Das kann man überhaupt nicht vergleichen", meinte der Österreicher. Dabei ist der WM-Lauf in der Grafschaft Northamptonshire ein echtes Heimrennen für Red Bull Racing, befindet sich die Strecke doch keine 30 Kilometer von der Fabrik des österreichisch-englischen Teams in Milton Keynes entfernt.

Klien zeigte sich aber auf Grund mehrerer technischer Probleme mäßig optimistisch: "Allzu große Schritte nach vorne erwarte ich mir nicht." Stattdessen sieht der 23-Jährige sein Team in etwa dort, wo sie schon Mitte Mai in Montmelo/Barcelona waren - im hinteren Mittelfeld. Damals hatte Klien unmittelbar vor Coulthard Platz 13 belegt. Rang drei des Schotten in Monaco täuschte nur kurzfristig über die mäßige Entwicklung in der laufenden Saison hinweg.

Durch den ersten RBR-Podestplatz hat der Schotte allerdings gute Karten auf eine Vertragsverlängerung. In Formel-1-Kreisen gilt es wahrscheinlich, dass lediglich einer der beiden aktuellen Piloten im Team bleibt. Klien glaubt aber nicht, dass sich seine Chancen in Monaco verringert hätten. "Teamintern hat jeder gesehen, dass die Leistung hundertprozentig gepasst hat und dass auch ich auf das Podium hätte fahren können", meinte der Vorarlberger, dem ein Getriebeschaden einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte.

"Das war wirklich unglücklich für ihn, aber er wird sich zurückkämpfen", versicherte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. Der Ausfall im Fürstentum habe ihm zwar sehr wehgetan, die vergebene Chance sei aber abgehakt, betonte Klien: "Das muss man sofort überwinden, denn jetzt kann man ohnehin nichts mehr ändern." Seine Chancen auf ein Cockpit für 2007 dürfte Klien gegenüber Coulthard vor allem durch gute Trainingsergebnisse erhöhen. "Wichtig wäre, in den nächsten Rennen vor ihm zu stehen", meinte der Vorarlberger. "Am besten schon in Silverstone." (apa/red)