Parteikrise von

Pühringer mahnt: "Die ÖVP
muss aus ihrem Tief heraus!"

Der oberösterreichische Landeshauptmann fordert die Erneuerung der Partei

Josef Pühringer mahnt die Erneuerung der ÖVP ein. © Bild: APA/Rubra

Josef Pühringer, bald 65, hat nach monatelangen Überlegungen beschlossen, noch nicht in Pension zu gehen. Sondern 2015 erneut zu kandidieren, um seiner dann 20-jährigen Karriere als Landeshauptmann noch weitere fünf Jahre anzuhängen. Seine Begründung ist vielsagend: "Ich fühle mich gesund, fit und energiegeladen. Dass auch die nicht einfache Situation der ÖVP auf Bundesebene dabei ein wenig verpflichtend mitgeschwungen hat, schließe ich nicht aus.”

Überraschend offene Worte des ansonsten eher als "sanft” bekannten Parteigranden, der mit Oberösterreich so wie sein Kollege Erwin Pröll mit Niederösterreich tatsächlich das "Rückgrat” der ansonsten schwer gebeutelten Spindelegger-ÖVP darstellt. Pühringer sagt es gerade heraus: "Ja, ich bin besorgt!”

Dramatische Umfrage-Daten

Dass die Vizekanzler-Partei seit Wochen in allen Meinungsumfragen dramatisch abstürzt, unter die magische 20-Prozent-Marke, "das stellt mich überhaupt nicht zufrieden. Wir alle müssen uns überlegen, wie wir aus diesem Tief wieder heraus kommen. Aber es wäre zu seicht, einfach zu glauben, nur wenn man den Parteichef kritisiert oder gar absetzt oder sonst was, hätte man das Problem schon gelöst.”

Deshalb beteilige er sich auch nicht am zunehmenden "Gemurmel” innerhalb der Partei über Michael Spindelegger. Tatsächlich wird die Kritik am Parteiobmann, Vizekanzler und Finanzminister intern immer deutlicher. Von seinem Abgang als EU-Kommissar nach Brüssel ist die Rede, wenn er nach den EU-Wahlen selbst freiwillig das Handtuch werfen sollte. Dabei - die Kritiker geben zu, in dem Fall nicht wirklich zu wissen, wie es weiterginge, wer Spindeleggers Job dann übernehmen sollte. Pühringer: "Jeder, der so spekuliert, stellt den Parteichef schon in Frage. Ich tue das nicht.”

Was die ÖVP zu tun hätte

Dennoch, so der Partei-Grande aus Linz, brauche man dringendst eine Erneuerung, viele grundlegende Fragen habe man dabei in aller Schärfe zu beantworten:

  • Stimmen unsere politischen Botschaften? Bringen wir sie noch zu den Wählern? Ist der Auftritt der ÖVP überhaupt noch zeitgemäß? Man müsse sich fragen, ob man die Fragen der Zeit, ob man die Fragen der Menschen noch richtig beantwortet.
  • Durch die neue politische Landschaft mit mehr Bewerbern und mehr Konkurrenz auch im bürgerlichen Lager müsse die ÖVP noch deutlicher sagen, wofür sie steht, was ihr politisches Credo ist, um vom Wähler leichter erkannt zu werden.
  • Als Traditionspartei müsse man sich fragen: Sind wir in der Jetzt-Zeit angekommen? Passen unsere Lösungen noch?
  • Und vermutlich sei es auch nötig, das Erscheinungsbild zu ändern, moderner zu werden in der Präsentation, im Outfit, in der Architektur der Partei, wie man dem Wähler eben erscheint.

All das seien die Kriterien, sagt Pühringer, auf die es jetzt ankomme, "das steht außer Zweifel!”

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Kommentare

Noch etwas Herr Pühringer: Für Ihr Gesicht können Sie nichts machen, das hat Gott Ihnen gegeben. In den Spiegel könnten Sie sich aber auch ab und zu anschauen und mal ehrlich - SIE sind ein alter Mann. Welcher junge Mensch findet SIE attraktiv und dynamisch? SIE sind ausgelutscht und ausgepowert - nur das sehen Sie selbst nicht und die Leute rund um Sie sagen Ihnen das auch nicht. Schade.

), solange werden die Akteure mehr und mehr zu Un-Personen. Mit ihnen alle Funktionäre, die sich nicht klar davon distanzieren. Erst dann, und wirklich erst dann Ihr alten Männer, wird vielleicht nocheinmal ein wenig Platz sein für Eure überaltete Partei. Ansonsten kommen die erfrischenden Jungen. Meine Stimme und Unterstützung haben sie. Sollen zeigen, was sie können. Bislang gefällt es mir.

geistiger Raum für die Erneuerung der Partei frei. Solange so ur-alte und unattraktive Greise die Zügel in der Hand halten, werden die Neos die ÖVP einfach zur Seite räumen, nämlich dorthin, wohin sie in Wahrheit hin gehören: auf den Müllhaufen der Geschichte. Nach dem Krieg war die Partei notwendig, nun ist sie überflüssig geworden. Solange die VP sich weitert demokratisch zu agieren (U-Ausschuss

Diese ganzen Alten wie Pühringer, Pröll und CO sind die eigentlichen Totengräber ihrer Parteien. Man stelle sich vor: 20 Jahre macht der mittlerweile pensionsreife Volksschullehrer Politik. Und jetzt soll er alles anders machen können? Noch mals 5 Jahre bis 70! Was soll denn da raus kommen? Gibt es keinen Köigsmörder in OÖ? Wer sagt es ihm denn frei raus, dass er Platz machen muss? Erst dann wird

Oliver-Berg
Oliver-Berg melden

Es muss sich was ändern und in der täglichen Realpolitik immer noch keine Konzepte für das 3. Jahrtausend (21. Jahrhundert reicht auch) zu haben, ist für eine Partei, deren Weltbild in den 60er und 70ern stehen geblieben ist, keine Reformbasis. Mit nicht durchgeführten Reformen bleibt der Nachwuchs ebenfalls aus. Das gilt für die SPÖ gleichermaßen.

mueckenstrunz melden

das weltbild ist aus den 50gern, sowie die denkweise - bünde: bauernbund minimal, beamtenbund: minimal, wirtschaftsbund: minimal, arbeiter- angestelltenbund: am höchsten...ohne zusammenschluss werden alle untergehen

Oliver-Berg

Am besten bei der EU-Wahl wählt keine diese ach so kompetente Wirtschaftpartei, die so Luschen wie Spindelegger & Co. noch die Stange hält. Auch bei den nächsten Wahlen zum Bauernbund, ÖAAB und Wirtschaftsbund, sollte man die nicht wählen. Erst wenn die Bünde existenzbedroht sind, wird sich etwas in dieser Partei ändern.
Das wusste schon vor 30 Jahren Heinrich Neisser.

Hermann Gugger
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solchen Zuständen ein Partei reformieren oder neu aufstellen, ich halte dass für unmöglich.

christian95 melden

Nicht mehr wählen, das hilft auch! Dann können sie sich finden und wieder neu aufstellen.

Hermann Gugger
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Der amtierende Parteiobmann ist gelinde gesagt eine leere Hose die wirklich nichts auf die Reihe kriegt. Dann musste er ja unbedingt Finanzminister werden, das Desaster zeichnet sich ja ab.
Er ist kein Chef er kann sich nicht durchsetzen und macht dass was ihm die anderen in dem Fall die Bundesländer sagen. Das sind die LH Pröll und Püringer die halten den Lutscher an der Macht. Wie soll man bei

christian95 melden

Das ist ja gewünscht. Je schwächer der ÖVP Obmann ist um so freier können sämtliche Bünde agieren. Im Hintergrund entscheiden LH Pröll, LH Pühringer, LH Häupl und LH Niessl.

Hermann Gugger

Die Partei kann mann nicht erneuern, da die Bünde viel zu mächtig sind, und der Karren so in den Dreck gefahren, wurde dass es schlimmer nicht mehr geht.Die Handelnden Personen sind nicht volksnah sondern überheblich und abgehoben bis zum Anschlag. Die interessiert nur die persönliche Macht, und dass man ja wiedergwählt wird, damit der Platz um Futtertrog nicht verloren geht.

Erneuerung gefordert! Wie recht er hat, der Herr Landeshauptmann - aber warum lässt er seine Kronprinzen neben sich alt werden und geht selber nicht??? Ohne seine Verdienste zu schmälern, aber er ist auch ein Alter der Partei, er sollte auch endlich Platz für die Jungen machen! Man kann nicht von Erneuerung reden und selber am Sessel kleben bleiben. Das verdriesst die Jungen, die sollten aber ran!

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