Prozessauftakt in Kanada: Schweinezüchter könnte sogar 49 Menschen getötet haben!

Serienmord: Schockierendes Geständnis an Polizisten 57-Jähriger tötete in einem Zeitraum von 25 Jahren<br>Frauenköpfe, Hand- und Fußteile auf Hof gefunden

Prozessauftakt in Kanada: Schweinezüchter könnte sogar 49 Menschen getötet haben!

Zum Auftakt des Serienmord-Prozesses gegen den Schweinezüchter Robert William Pickton in Kanada sind grauenvolle Details aus den Ermittlungen bekannt geworden. Staatsanwalt Derrill Prevett in Vancouver, wie die Ermittler in einem Gefrierschrank auf Picktons Hof zwei gespaltene und tiefgefrorene Frauenköpfe sowie Hand- und Fußteile in Plastikeimern fanden.

Nach seinen Angaben gestand der mutmaßlich schlimmsten Serienmörder in der Geschichte Kanadas einem Polizisten, der sich als Mithäftling ausgab, insgesamt 49 Menschen getötet zu haben. In dem ersten Verfahren muss sich Pickton wegen des Mords an sechs Prostituierten verantworten.

Täter will "runde Zahl komplett machen"
Die beiden gefrorenen Frauenköpfe seien "längs in zwei Hälften getrennt" gewesen, sagte Staatsanwalt Prevett. Die Leichenteile wurden demnach in einer Kühltruhe in einer Werkstatt neben Picktons Wohncontainer auf dem Hof bei Vancouver gefunden. DNA-Tests hätten ergeben, dass es sich dabei um die Überreste von zwei der vermissten Frauen handelte. Beide Köpfe wiesen laut Prevett Schussverletzungen auf. Pickton habe sich vor dem vermeintlichen Mithäftling gebrüstet, noch einen weiteren Mord verüben zu wollen, um die "runde" Zahl 50 zu erreichen.

Akribische Suche
In monatelanger akribischer Suche hatte die Polizei das Grundstück Picktons mehrere Meter tief abgetragen und dabei Menschen- und Tierknochen sowie -zähne gefunden. Im Wohncontainer des Angeklagten stießen die Ermittler auf die DNA- und Blutspuren eines weiteren Opfers sowie auf eine Schusswaffe vom Kaliber .22, an deren Lauf ein künstlich nachgebildeter Penis befestigt gewesen sei.

Psychologische Berater für die Jury
Die makabren Einzelheiten der Morde hatte die Justiz unter Verschluss gehalten, um die Jury nicht zu beeinflussen. Die zwölf Geschworenen hatte Richter James Williams bereits in der Auswahlrunde gewarnt, dass sie sich in den kommenden Monaten mit teils grauenvollen Einzelheiten auseinandersetzen müssten. Ihnen werden deshalb psychologische Berater zur Seite stehen. Ein Richter hatte bereits während der Ermittlungen im vergangenen Jahr von einem regelrechten Horrorfilm gesprochen.

Im Zeitraum von 25 Jahren
Das erste Verfahren, bei dem es um dem Mord von sechs drogensüchtigen Prostituierten geht, wird vermutlich ein Jahr dauern. Später muss sich Pickton wegen Mordes an 20 weiteren Frauen verantworten. Er soll die 26 Frauen in einem Zeitraum von 25 Jahren ermordet haben. In Vancouver verschwanden zwischen 1978 und 2002 insgesamt 65 Frauen. Die Polizei ermittelt weiter. Die Staatsanwaltschaft schloss nicht aus, dass weitere Anklagen gegen Pickton hinzukommen. Der 57-Jährige plädierte auf nicht schuldig.

240 Zeugen sollen aussagen
Wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete, wurde der Angeklagte mit einem Polizeikonvoi zum Gericht gefahren. Der in ein graues Hemd gekleidete Mann mit Halbglatze und schütteren langen Haaren betrat den Saal mit einem großen Aktenordner unter dem Arm. Wegen der umfangreichen Beweisaufnahme teilte Richter Williams den Prozess: Im ersten Teil sollen rund 240 Zeugen aussagen.

Vielleicht auch Menschenfleisch verkauft
Pickton war im Jahr 2002 auf seinem Hof in Port Coquitlam östlich von Vancouver festgenommen worden, wo er Schweine züchtete und schlachtete. Auf seiner Farm wurden DNS-Spuren und persönliche Gegenstände von rund einem Dutzend vermisster Frauen gefunden. Die kanadischen Gesundheitsbehörden warnten die Öffentlichkeit, dass sich unter dem von Pickton verkauften angeblichen Schweinefleisch möglicherweise auch Menschenfleisch befunden haben könne.

Großes öffentliches Interesse
Der Prozess findet ein breites Medieninteresse: Rund 350 Journalisten haben sich akkreditiert; laut örtlichen Presseberichten wollen zudem zwei ehemalige Prostituierte auf einem eigenen Weblog über das Verfahren berichten.

(apa/red)