Tötunge von

Kärnten: Prozess wegen versuchten Mordes

Messerattacke am Klagenfurter Heiligengeistplatz

Am Landesgericht Klagenfurt hat am Mittwoch ein Geschworenenprozess wegen Mordversuchs und schwerer Körperverletzung begonnen.

Ein 22-Jähriger soll im November 2017 versucht haben, einen Mann zu töten und eine weitere Person schwer verletzt haben. Er bekannte sich nicht schuldig und gab nur das Delikt der Körperverletzung zu.

Staatsanwältin Johanna Schunn schilderte den Vorfall: Es habe eine Auseinandersetzung zwischen dem angeklagten, gebürtigen Tschetschenen und den beiden mutmaßlichen Opfern, zwei Afghanen, gegeben haben. Auf dem Klagenfurter Heiligengeistplatz sei der Angeklagte mit dem Messer auf die beiden Männer losgegangen. Einer erlitt Stiche in den Brustbereich, wodurch Teile der Lunge perforiert und die innere Brustwandschlagader durchtrennt wurden. Er überlebte nur aufgrund des raschen Eintreffens der Rettungskräfte und durch eine Notoperation. Einem zweiten Mann soll der Angeklagte mit dem Messerknauf auf den Hinterkopf geschlagen haben, wodurch dieser eine Rissquetschverletzung erlitt.

Die Verteidigung verwies darauf, dass die Anklage nur auf der Zeugenaussage der beiden Afghanen basiere. Bei einer "Schupferei und wechselseitigen Streiterei" habe der Angeklagte mit dem Messer wahllos herumgefuchtelt. Die Verletzung auf dem Kopf hätte sogar die Folge eines Sturzes während der Rauferei sein können.

Der Angeklagte erklärte in der Einvernahme durch den Vorsitzenden des Geschworenensenats, Gerichtspräsident Bernd Lutschounig, ihm sei eine Gruppe von zehn Afghanen entgegengekommen. Er sei eingekreist und von hinten getreten worden. Daraufhin habe sich eine Rauferei gegeben, er sei zu Boden gegangen und von mehreren Personen fixiert worden. Bei einer Person habe er ein Messer gesehen, daraufhin habe er sein Messer gezogen und damit wahllos um sich gestochen. Als Polizeisirenen zu hören gewesen seien, hätten seine Angreifer die Flucht ergriffen. Er habe keinen Schwerverletzten auf dem Boden liegen gesehen und habe auch niemanden verletzen wollen. Bei anderen Angreifern habe er auch Stöcke und eine Eisenkette gesehen.

Die Hauptverhandlung wurde mit der weiteren Vernehmung des Angeklagten fortgesetzt.

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