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Prozess um Vergewaltigungsversuch 2 - Von mehreren Männern bedrängt

Andere Frauen und Securities machten Polizei auf Notlage der jungen Slowakin aufmerksam

Die 21-jährige Frau dürfte am Donauinselfest von mehreren fremden Männern bedrängt und sexuell belästigt worden sein. Während der Angeklagte die slowakische Studentin umklammert und angetanzt hätte, habe eine "Menschentraube" das Paar umringt, nach außen abgeschottet und nach der Frau gegriffen. Das schilderte ein Beamter der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der Straßenkriminalität (EGS) als Zeuge.

Der 28-jährige Beamte hatte sich gemeinsam mit zwei Kollegen vor die "Krone Hit"-Bühne begeben, nachdem unbeteiligte Frauen und Security-Kräfte die Polizei auf die Notlage der 21-Jährigen hingewiesen hatten. Die drei Beamten in Zivil, die per Funk verständigt wurden, kämpften sich darauf zu einer Gruppe von 25 bis 30 Afghanen durch. Diese hätte den Angeklagten und die Slowakin umringt, neben dem Angeklagten hätten weitere, teilweise halbnackte Männer die Frau begrapscht und im Intimbereich zu berühren versucht, so der Zeuge: "Die Erschütterung war groß, weil wir so etwas in Österreich noch nicht wahrgenommen haben." Die Frau habe "Abwehrbewegungen" gemacht: "Die wollte raus, panisch."

Die entsprechenden Szenen müssten an sich auf Video festgehalten worden sei - laut einem Polizeibericht wurde der gesamte Bühnenbereich von schwenkbaren Kameras überwacht. Auf den dem Gericht übermittelten Sequenzen, die den fraglichen Zeitraum (22.50 bis 23.07 Uhr) umfassen, sind allerdings keine strafbaren Handlungen und auch kein Antanzen zu sehen, wie Richter Norbert Gerstberger, der vor der Verhandlung das Material gesichtet hatte, bekannt gab. Möglicherweise wurde der Justiz bisher nicht das vollständige Bildmaterial zur Verfügung gestellt oder es war - entgegen der Einschätzung des polizeilichen Einsatzleiters - gar nicht der gesamte heikle Bereich überwacht worden.

Als es der 21-Jährigen gelang, sich loszumachen und den Bereich vor der Bühne zu verlassen, sei ihr der Angeklagte gefolgt, schilderte der Polizist weiter. Er habe sich an dessen Fersen geheftet: "Sie hat ihm (dem Angeklagten, Anm.) zu erkennen gegeben, dass sie die Schnauze voll hat. Sie hat abwehrende Handbewegungen gemacht." Schließlich habe sie sogar zu laufen begonnen. Der Afghane sei ihr im Laufschritt über eine Böschung gefolgt, habe sie eingeholt, die linke Hand über ihren Kopf gelegt, sie nach unten gedrückt und in ein Gebüsch gezogen. Der junge Polizist sprach wörtlich von einer "bewussten Gewaltanwendung, um sie eine finstere Zone zu bekommen, wo man nichts sieht". Er sei nun unverzüglich eingeschritten, habe den Afghanen vom Körper der Frau gezerrt, den Mann fixiert und die Festnahme ausgesprochen, berichtete der Polizist. Die junge Frau habe geweint, sich auf den Boden gesetzt und sei "fertig" gewesen.

Da die 21-Jährige zur heutigen Verhandlung nicht erschienen ist, muss das Verfahren mit Sicherheit vertagt werden.

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