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Prozess um brutale Home Invasion in Wien-Favoriten

Betagtes Ehepaar ausgeraubt - Angeklagter nicht geständig

Ein brutaler Überfall auf ein betagtes Ehepaar in Wien-Favoriten hat am Freitag einen Schöffensenat am Landesgericht für Strafsachen beschäftigt. Zwei Männer waren am 30. Dezember 2017 über ein am Nachbargebäude angebrachtes Baugerüst in ein Einfamilienhaus in der Buchengasse gelangt, hatten eine bettlägerige Frau mit einer Hundeleine gefesselt und 900 Euro sowie eine Goldkette an sich gebracht.

Im Innenhof begegneten sie dann zufällig dem Ehemann, der gerade mit seiner nach einem Schlaganfall halbseitig Tochter nach Hause kam. Der Pensionist - ein ehemaliger Wachmann und Taxifahrer - wurde von einem der Täter mit einer Holzlatte attackiert und schwer verletzt. Der Angegriffene erlitt einen Bruch der linken Elle, Prellungen und eine Rissquetschwunde.

Bei den Räubern soll es sich um zwei Mazedonier handeln. Einer von ihnen befindet sich in seiner Heimat in Haft, der zweite wurde mit internationalem Haftbefehl in Bulgarien festgenommen und an die Wiener Justiz ausgeliefert. Vor einem Schöffensenat (Vorsitz: Philipp Schnabel) bestritt der 24-Jährige nun, mit dem Raubüberfall etwas zu tun gehabt zu haben. Man habe ihn zwar in diese Richtung angestiftet, er habe es aber abgelehnt: "Ich schlage alte Menschen nicht. Ich habe das nicht gemacht."

Die Home Invasion soll von der ehemaligen Putzfrau des überfallenen Ehepaars den Ausgang genommen haben. Diese soll ihrem Lebensgefährten erzählt haben, dass die beiden recht vermögend seien, worauf der Partner der Reinigungskraft den zwei Mazedoniern die Fahrt nach Österreich bezahlt und diese - es handelt sich um Cousins - zum Überfall bestimmt haben soll.

Gegen die Putzfrau und ihren Partner wird von der Staatsanwaltschaft separat ermittelt. Sie entschlugen sich daher im Verfahren gegen den 24-Jährigen der Aussage. Dieser erklärte dem Gericht, sein in Mazedonien inhaftierter Cousin habe den Überfall begangen. Wer der zweite Täter gewesen sei, wisse er nicht.

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