Prozess wegen Sex mit 13-Jährigem: Handballtrainerin erhielt 22 Monate bedingt

10. November: 42-Jährige war vor Gericht geständig Ungewöhnliche Liebesbeziehung hält noch immer an

Prozess wegen Sex mit 13-Jährigem: Handballtrainerin erhielt 22 Monate bedingt © Bild: APA/Techt

Am 10. November wurde Renata C. am Landesgericht Wiener Neustadt zu 22 Monaten bedingter Haft verurteilt. Die 42-jährige Handballtrainerin saß wegen ihrer sexuellen Beziehung zu einem 13-Jährigen auf der Anklagebank. Sie zeigte sich im Prozess vollinhaltlich geständig. Die Verhandlung, die großes mediales Interesse hervorrief, fand aber unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Beschuldigte nahm das Urteil an, und auch der Staatsanwalt erhob keinen Einspruch. Der Richterspruch ist somit rechtskräftig.

Die ungewöhnliche Beziehung zwischen dem heute 14-jährigen Erwin U. und seiner Handballtrainerin in einem Verein begann Ende 2009. "Im Laufe der Zeit sind sie sich auch abseits des Spielfelds näher gekommen", sagte Staatsanwalt Norbert Hauser und verwies auf mehrfache Treffen vor und nach den Trainings. Im Dezember hätten die beiden einander ihre Gefühle gestanden und eine Beziehung begonnen, die ab Februar - und damit fünf Monate vor dem 14. Geburtstag des Jugendlichen - auch sexuelle Handlungen umfasste.

Dreijährige Probezeit
Die Strafe sei "ohne Zweifel hoch ausgefallen", sagte Richterin Alexandra Baumann in ihrer Urteilsbegründung. Man habe damit sowohl der 42-Jährigen als auch der Gesellschaft zeigen wollen, dass das Gesetz geschlechtliche Handlungen zwischen Erwachsenen und unter 14-Jährigen auch bei wechselseitigen Gefühlen nicht akzeptiere. Weil die Frau bis dato aber einen ordentlichen Lebenswandel führte, sie sich geständig zeigte und beiderseitig Gefühle im Spiel waren, wurde ihr die Strafe unter Setzung einer dreijährigen Probezeit bedingt nachgesehen.

Die gesetzliche Bestimmung ziele nicht darauf ab, jemanden "in seinem Recht auf sexuelle Selbstverwirklichung" zu beschränken, sondern solle lediglich Kinder und Unmündige vor Erwachsenen schützen, hatte Hauser bereits in seinem Eingangsvortrag betont. Die Geschlechtsreife von Zwölf- oder 13-Jährigen sei zwar oft schon weit fortgeschritten, die mentale Reife und die Urteilsfähigkeit kämen aber erst später dazu. Dass der damals 13-Jährige seine Einwilligung zum Geschlechtsverkehr gegeben habe, sei "daher komplett belanglos".

Liebesbeziehung hält an
Der Verteidiger der Frau, die übrigens zwei Töchter - die jüngere ist 14 Jahre alt - hat, verwies darauf, dass es sich in diesem Fall um eine "Liebesbeziehung" handle, "die trotz aller Widrigkeiten immer noch steht". Sie habe lediglich um ein paar Monate zu früh begonnen. Von ihrem Verein wurde sie mit Bekanntwerden der Vorwürfe im Frühjahr suspendiert.

(apa/red)