Prozess gegen Saddam neuerlich vertagt: Neue Dokumente sollen Schuld beweisen

Ex-Machthaber zu einem der Vorwürfe geständig

Der Gerichtsprozess gegen den ehemaligen irakischen Machthaber Saddam Hussein ist auf den 12. März vertagt worden. Der Prozess war erst vorkurzem wieder aufgenommen und fortsetzt worden.

Der Ex-Präsident räumte vor dem irakischen Sondertribunal indirekt ein, für einen der gegen ihn erhobenen Vorwürfe verantwortlich zu sein. Der 68-Jährige gab zu, für die Zerstörung von Ackerland einiger Schiiten verantwortlich zu sein, die wegen der Beteiligung an einem Attentat auf sein Leben im Jahr 1982 zum Tode verurteilt worden waren. "Wir haben sie dem Erdboden gleich gemacht", sagte Hussein, "Wir haben geklärt, welcher Grund und Boden denjenigen gehört, die verurteilt wurden, und ich habe das unterschrieben."

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor neues Beweismaterial gegen den Ex-Präsidenten vorgelegt. Dazu zählten Dokumente, die die direkte Verwicklung Husseins in Todesurteile gegen Schiiten belegen sollen.

Saddam Hussein räumte ein, den Befehl zur Zerstörung von Obstgärten im nördlich von Bagdad gelegenen Dujail nach dem gescheiterten Anschlagversuch auf seinen Konvoi unterschrieben zu haben. "Ich wurde mit automatischen Waffen beschossen. Die Kugeln flogen vor meinen Augen. Es war Gott, der mich retten wollte", schilderte der irakische Ex-Machthaber die damaligen Ereignisse aus seiner Sicht vor dem Sondergericht.

Hussein ist wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit während seiner langjährigen Herrschaft im Irak angeklagt. Der Mitte Oktober begonnene Prozess vor einem irakischen Sondergericht betrifft Repressionen gegen Einwohner der Schiiten-Kleinstadt Dujail, nachdem dort im Jahr 1982 ein Attentat auf Hussein fehlgeschlagen war. Anschließend waren 148 Menschen exekutiert und Hunderte Familien in die Wüste verschleppt worden. Das Tribunal hat diesen Fall für die erste Anklage gegen den ehemaligen Machthaber ausgewählt, weil es die Beweislage für einigermaßen klar hielt. Sollte Saddam verurteilt werden, droht ihm die Todesstrafe.

(apa/red)