Prozess Ratko Mladic von

Schneller als geplant

Erster Tag vorzeitig beendet. Verlesung der Anklage dauerte nur vier Stunden

Prozess Ratko Mladic - Schneller als geplant © Bild: Reuters

Der erste Tag im Prozess gegen den serbischen General Ratko Mladic vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wegen Völkermordes ist am Mittwoch nach mehr als vier Stunden vorzeitig beendet worden. Die Verlesung der Anklage habe weniger Zeit als geplant in Anspruch genommen, sagte der Vorsitzende Richter, Alphons Orie. Das Verfahren soll Donnerstagfrüh fortgesetzt werden.

Dann werde die Staatsanwaltschaft ihren Vortrag abschließen. Die ersten Zeugen werden voraussichtlich ab 29. Mai einvernommen. Erste ausführliche Äußerungen des 70 Jahre alten Angeklagten sowie seiner Verteidiger sind erst für einen späteren Zeitpunkt des Verfahrens geplant.

Mladic hat sich in elf Anklagepunkten für Völkermord in der ehemaligen bosniakischen Enklave Srebrenica und in einigen anderen Gemeinden, für die Kriegsverbrechen gegen die Menschlichkeit und für Verstöße gegen die Gepflogenheiten der Kriegsführung zu verteidigen. Beim Betreten des Gerichtssaales zeigte der frühere bosnisch-serbische Armeechef die erhobenen Daumen und klatschte in die Hände. Mladic habe "die ethnische Säuberung in Bosnien" selbst in die Hand genommen, sagte Ankläger Groome zum Prozessauftakt.

Mladic wurde nach 16-jähriger Flucht im Mai 2011 im Dorf Lazarevo in der nordserbischen Provinz Vojvodina gefasst.