Prozess gegen Madrid-Attentäter: Justiz bestätigt Anklagen gegen 29 Verdächtige

Prozess gegen Attentäter beginnt im Februar 2007 Drahtzieher sprengten sich nach Anschlägen selbst

Die spanische Justiz hat die Anklagen gegen 29 mutmaßliche Beteiligte an den Anschlägen vom 11. März 2004 in Madrid bestätigt. Ein Strafsenat des zentralen Anti-Terrorismus-Gerichtes in der spanischen Hauptstadt wies die Einsprüche der sechs Hauptverdächtigen und ihrer 23 mutmaßlichen Komplizen zurück. Auch Anträge der Staatsanwaltschaft auf eine Verschärfung der Anklagepunkte in einigen Fällen lehnte das Tribunal ab. Der Prozess soll nächsten Jänner oder Februar beginnen. Er wird voraussichtlich ein halbes Jahr lang dauern.

Die mehrheitlich aus Marokko stammenden Angeklagten werden der Beteiligung an den Bombenanschlägen auf vier Pendlerzüge verdächtigt, bei denen am 11. März 2004 in Madrid 191 Menschen getötet und fast 2000 weitere verletzt worden waren. Es waren die blutigsten Terroranschlägen in der spanischen Geschichte. Den sechs Hauptverdächtigen droht eine Verurteilung zu mehreren tausend Jahren Haft. Die Haftdauer ist in Spanien allerdings auf 40 Jahre beschränkt.

Unter den Hauptangeklagten sind vier Marokkaner, ein Ägypter und ein Spanier, der den Sprengstoff für die Anschläge beschafft haben soll. Der Prozess soll voraussichtlich im Februar 2007 beginnen. Die Angeklagten gehörten laut Anklageschrift einer lokalen islamistischen Terrorzelle an, die sich zwar von El Kaida inspirieren ließ, aber nicht direkt einen Teil des internationalen Terrornetzes bildete. Die Attentäter hatten damals insgesamt 13 Sprengsätze in vier Pendlerzügen deponiert.

Drahtzieher sprengten sich selbst
Die mutmaßlichen Drahtzieher hatten sich drei Wochen nach den Anschlägen selbst in die Luft gesprengt, als sie in einer Wohnung in der Madrider Vorstadt Leganés von der Polizei umstellt waren. Drei von ihnen, der Marokkaner Jamal Amidan, der Tunesier Serhane Abdelmajid Fakhet und der Algerier Allekema Lamari, gelten als die mutmaßlichen Anführer der Terrorzelle. (apa)