Prozess um Israilov geht in nächste Runde:
Gericht zeigt Video von Tatrekonstruktion

Prozessplan sieht Lokalaugenschein am Tatort vor Israilov wurde 2009 in Wien-Floridsdorf erschossen

Prozess um Israilov geht in nächste Runde:
Gericht zeigt Video von Tatrekonstruktion © Bild: APA/Pfarrhofer

Heute wird der Prozess um den am 13. Jänner 2009 in Wien-Floridsdorf auf offener Straße erschossenen tschetschenischen Asylwerber Umar Israilov fortgesetzt. Den Geschworenen wird an diesem Verhandlungstag ein Video mit der mehrstündigen, im Vorverfahren durchgeführten Tatrekonstruktion gezeigt.

In dem seit Mitte November laufenden Verfahren sind drei angeblich in die Bluttat verwickelte Männer angeklagt, von denen der 42-jährige Otto K. als zentrale Figur gilt. Er soll "die Gesamtverantwortung für die Operation, deren logistische Vorbereitung und Koordinierung" inne gehabt und "Kontakt zur tschetschenischen Führung" gehalten haben, heißt es in der Anklageschrift.

Witwe: Israilov wollte Polizeischutz
Witwe und Vater des Getöteten sagten bereits vor Gericht aus. Dabei schilderte die Frau, wie ihr Ehemann aus Angst um sein Leben eine Pistole erwarb und ihr gegenüber die Befürchtung äußerte, die Polizei werde erst nach seinem Tod kommen. "Er hat zu mir gesagt, er bekommt von der Polizei keinen Schutz", erinnerte sich die Witwe. Ein mit Israilov befreundeter Flüchtlingsbetreuer hatte sich schon Wochen vor der Bluttat in an die Polizei gerichteten Mails darum bemüht.

Lokalaugenschein am Tatort
Ein Ende der Verhandlung ist noch nicht in Sicht - das Verfahren soll frühestens Mitte März in erster Instanz zu Ende gehen. Das Gericht will vorher noch mehrere Zeugen befragen und einen Lokalaugenschein am Tatort in der Leopoldauer Straße durchführen: Am 24. Jänner werden der leitende Ermittlungsbeamte und zwei weitere Polizisten als Zeugen befragt. Daneben soll - bei Bedarf - Zeit für ergänzende Fragen an die Angeklagten bleiben. Am 25. Jänner ist ein Lokalaugenschein in Wien-Floridsdorf geplant. Zusätzlich sollen vier weitere Polizisten vernommen werden.

Hauptverdächtiger verletzt?
Der Hauptverdächtige ist noch frei. Laut "Kronen Zeitung" soll er nun aber bei einem Mordanschlag in seiner Heimat selbst angeschossen und schwer verletzt worden sein.

Der 35-Jährige habe in Chankala ein Attentat auf einen Erzfeind von Staatspräsident Ramsan Kadyrov verübt. Im Feuergefecht sei er selbst von drei Kugeln in Oberschenkel, Rücken und Schulter getroffen worden. Das Blatt beruft sich in seiner Quelle auf "Insider".

(apa/red)