Prozess um Gmundner Gondel-Unglück: Ex-Mitarbeiter zu Haft- & Geldstrafen verurteilt

2 Schwerverletzte: Gondel löste sich und rutschte ab Vorwurf der Körperverletzung: 6 Personen angeklagt

Drei Angeklagte sind in dem Prozess nach einem Unglück bei der Grünberg-Seilbahn in Gmunden am Mittwoch im Landesgericht Wels verurteilt worden. Einer von ihnen fasste eine bedingte Haftstrafe von sechs Monaten aus, die beiden anderen eine bedingte Geldstrafe von jeweils 1.280 Euro. Die Männer, frühere Seilbahn-Mitarbeiter, erbaten Bedenkzeit, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Die Urteile sind somit nicht rechtskräftig.

Zwei weitere Beschuldigte wurden freigesprochen. Einer der insgesamt sechs Angeklagten war aus Krankheitsgründen nicht verhandlungsfähig.

Der Unfall bei der Gmundner Seilbahn hatte am 16. Oktober 2004 zwei Schwerverletzte gefordert: Eine leere Gondel löste sich bei der Bergfahrt aus ihrer Befestigung am Zugseil. Sie rutschte rund 150 Meter zurück und prallte gegen die nachfolgende Kabine. In dieser saßen ein dreijähriges Mädchen und seine 57-jährige Großmutter. Das Kind wurde durch ein Fenster acht Meter in Tiefe geschleudert und schlug auf einem Parkplatz auf. Es wurde lebensgefährlich verletzt. Seine Oma wurde auf den Boden der Gondel geschleudert und erlitt schwere Verletzungen.

Der Prozess war Anfang Mai vertagt worden, weil einer der Verteidiger die Erörterung des Teilgutachtens einer technischen Versuchsanstalt beantragt hatte. Die Befragung des Verfassers der Expertise brachte am Mittwoch keine neuen Erkenntnisse. Er verwies wie der Autor des Hauptgutachtens im Wesentlichen auf die Feststellungen in seiner Expertise.

Die fünf Beschuldigten, die zur Verhandlung erschienen waren, hatten sich bereits im Mai alle nicht schuldig bekannt. Die Männer, denen Freiheitsstrafen bis zu zwei Jahren drohten, mussten sich wegen fahrlässiger Körperverletzung unter besonders gefährlichen Verhältnissen verantworten. (apa/red)