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Prozess gegen Ex-Pfleger begann mit Schweigeminute

Mit einer Schweigeminute für die Opfer hat am Dienstag in Oldenburg der Prozess gegen einen Ex-Pfleger wegen Mordes an 100 Patienten begonnen.

Der 41-Jährige sitzt wegen sechs Taten bereits lebenslang in Haft. Er habe seine Opfer aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch getötet, hieß es bei der Anklageverlesung der Staatsanwaltschaft.

Er habe aus Langeweile und, um seine Fähigkeiten bei der Reanimation zu demonstrieren, den Menschen Medikamente gespritzt. Dies habe er in dem Wissen getan, dass dies zum Tod führen kann.

Der Angeklagte soll die Patienten zwischen 2000 und 2005 mit verschiedenen Medikamenten an den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst in Niedersachsen zu Tode gespritzt haben. 2005 hatte eine Krankenschwester den Pfleger im Klinikum Delmenhorst auf frischer Tat ertappt. Bis das ganze Ausmaß der Taten ans Licht kam, vergingen jedoch Jahre. Bewahrheiten sich die Vorwürfe, könnte der Mann für die größte Mordserie in der deutschen Nachkriegsgeschichte verantwortlich sein. In zwei Verfahren stand er bereits vor Gericht. In dem neuen Prozess wollen 120 Nebenkläger erfahren, wie und warum ihre Verwandten sterben mussten.

Wegen der vielen Zuschauer verlegte das Landgericht Oldenburg die Verhandlung in die Weser-Ems-Hallen. Bis Ende Mai sind 23 Prozesstage geplant. Zahlreiche Zeugen und Gutachter sollen aussagen.

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