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Prozess gegen Amokfahrer - "Ventil für Rachegedanken"

Psychiater: Amokfahrt als letzter Ausweg aus unerträglicher Situation

Als "Ventil für seine Rachegedanken" stufte Gutachter Manfred Walzl die Amokfahrt von Alen R. ein. Der 27-Jährige habe einen "Hass und Groll auf die Gesellschaft" empfunden, gleichzeitig trieb ihn der "Wunsch, Berühmtheit durch diese Tat zu erlangen". Auslöser seien "hohe Gekränktheit und individuelle Unzufriedenheit" gewesen.

Alen R. sei überzeugt gewesen, dass er verfolgt werde und habe es als sein Recht angesehen zu flüchten, führte Walzl aus. "Wenn ich von einer Leiter falle und jemanden erschlage, bin ich dann schuld?", soll R. in diesem Zusammenhang bei einer Untersuchung zu dem Sachverständigen gesagt haben.

Ein "Scheitern auf allen Ebenen" habe bei dem Betroffenen zu einer individuellen Unzufriedenheit und Demütigung geführt, ein "Ventil für die Rachegedanken" sei dann die Wahnsinnsfahrt gewesen, die für ihn "der letzte Ausweg aus einer unerträglichen Situation" war, schilderte der Gutachter. "Er wollte seine gesellschaftliche Unterlegenheit durch eine extreme Tat wieder herstellen", erklärte Walzl.

Dass die Zurechnungsfähigkeit möglicherweise vermindert war, wollte der Sachverständige nicht ausschließen, "aber sie ist sicher nicht aufgehoben worden". Für den Fall, dass Alen R. als zurechnungsfähig eingestuft und verurteilt wird, sprach sich Walzl zusätzlich für eine Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher aus.

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