Prozess im Fall Nadina von

Mädchen nach OP behindert

Tirol: Zivilprozess nach misslungener Operation an Mädchen vertragt

Prozess im Fall Nadina - Mädchen nach OP behindert

Die kleine Nadina ist seit einer Leistenbruchoperation an der Innsbrucker Klinik behindert. Ob ein Fehlverhalten im Krankenhaus daran Schuld ist, sollte nun in einem Zivilprozess geklärt werden. Dieser ist nun auf unbestimmte Zeit vertagt worden.

Der Zivilprozess im Fall der schwerstbehinderten, vierjährigen Nadina ist am Innsbrucker Landesgericht auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Innerhalb von drei Monaten sollen laut Richterin Barbara Linder sowohl ein neurologisches als auch ein anästhesiologisches Gutachten eingeholt werden. Die Eltern des Mädchens klagten den landeseigenen Krankenhauserhalter Tilak auf rund 393.000 Euro Schadenersatz.

Gutachten gefordert
Das von Thomas Juen, dem Anwalt der Familie, beantragte neurologische Gutachten soll den Schadensumfang bestimmen. Tilak-Anwältin Sabine Prantner wollte durch das Gutachten feststellen lassen, ob nicht doch ein Vorschaden bei dem damals sechs Wochen alten Mädchen vorgelegen haben könnte. Beide Rechtsvertreter gaben zudem an, dass im Vorfeld des Prozesses Gespräche über einen möglichen Vergleich geführt worden seien.

Lebenslanger Pflegefall
Dabei habe man sich aber bisher vor allem nicht über das von der Klägerseite eingebrachte sogenannte Feststellungsbegehren einigen können. Dieses beinhalte die künftige Haftung der Tilak für möglicherweise auftretende Schäden. Anwalt Juen berichtete, dass die Tilak eine Bezifferung des zukünftigen Schadens verlangt habe. Dies sei jedoch für die Klägerseite nicht möglich, weil Nadina wohl ein lebenslanger Pflegefall bleiben werde und der dafür benötigte Aufwand "nicht einschätzbar" sei. Daher lehne man die Zahlung eines Einmalbetrages ab, meinte Juen. Beide Seiten betonten aber, über ein mögliches "Gesamtpaket" im Gespräch zu bleiben.

Strafverfahren gegen Ärzte
Derzeit laufen auch strafrechtliche Ermittlungen gegen drei Ärzte und die Tilak selbst. Eine deshalb von der Beklagtenseite angeregte Unterbrechung des Zivilprozesses bis zum Abschluss des Strafverfahrens lehnte die Richterin jedoch ab. Die Tilak hatte im September 2011 eine "erste Soforthilfe" von 70.000 Euro an das schwerstbehinderte Mädchen bezahlt. Zuvor hatte die Familie am 25. August die Schadenersatzklage eingebracht.

"Lückenhaftes" Gutachen?
Sowohl seitens der behandelnden Ärzte als auch der ärztlichen Direktion sei den Eltern gegenüber stets damit argumentiert worden, dass kein Behandlungsfehler vorliege, hatte Juen damals gesagt. Es handle sich um eine angeborene Stoffwechselerkrankung, die vor der Operation zu keinen Auffälligkeiten geführt habe und deshalb sei ein scheinbar gesundes Kind einer Routineoperation unterzogen worden. Juen kritisierte, dass das im Schiedsverfahren eingeholte anästhesiologische Gutachten "offensichtlich lückenhaft" sei und zum Teil mit reinen Vermutungen und Spekulationen arbeite, Dokumentationslücken ignoriere und keine seriösen Antworten auf aufgeworfene Fragen gebe.

Die kleine Nadina war am 4. Jänner 2008 im Alter von sechs Wochen am Landeskrankenhaus Innsbruck operiert worden. Bei der Behandlung kam es zu Komplikationen, die mit einem massiven Gehirnschaden des Kindes endeten. Das Mädchen leide laut dem Anwalt unter anderem an tiefgreifenden Entwicklungs- und komplexen Wahrnehmungsstörungen, einer zerebralen Sehstörung und einer schweren Epilepsie mit therapieresistenten Krampfanfällen.

Kommentare

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immer diese Gutachten he wenn in einem Spital was passiert wie eben da bei dem Mädchen ,dann sollte auch eine Versicherung da sein die dem behinderten Menschen hilft und eine Zukunft gibt. Aber da wird schnell wer gesucht der begutachtet und um % feilscht - damit ist dem armen Opfer sag ich mal gar nicht geholfen und der Famile schon überhaupt nicht.Solange es einem nicht selber betrifft dann wird abgewunken und das kann passieren notiert. Schande über all diese die einen Vorschaden als Ausrede suchen wie eigentlich überall wenn man nicht zahlen will und sowas nennt sich dann Rechtsvertreter - Pfui Teufel nochmal

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